Bäderarchitektur im Seebad Ahlbeck auf Usedom. © Tourismusverband MV

Wegen Corona: Usedomer Gastronomie hat Personalprobleme

Stand: 07.08.2021 11:59 Uhr

Die Seebäder auf Usedom locken viele Urlauber auf die Insel. Normalerweise leben dort 30.000 Menschen, jetzt in der Hochsaison mit den Gästen sind es etwa 200.000. Und alle müssen irgendwie versorgt werden. Doch einige Restaurants haben mittlerweile dicht gemacht. Das liegt an der Corona-Pandemie.

Sieben Monate lang hatten die Hotels und Gaststätten geschlossen. Das habe nicht jeder Angestellte mitgemacht und durchgehalten, sagt der Dehoga-Chef von Usedom, Krister Hennige: "Die Folge war, dass wir einen großen Verlust unserer Personalstämme in der Gastronomie und im Beherbergungsgewerbe zu verzeichnen haben." Hennige sprach von fünf bis 25 Prozent an Abgängen über die Insel hinweg. "Es ist doch schon ein bemerkenswert starker Abgang zu verzeichnen."

Gaststätten teilweise zwei bis drei Tage geschlossen

Branchenfremde Jobs sind offenbar krisensicherer. Und weil die Arbeitskräfte nun fehlen, hat so manches Restaurant kürzere Küchenzeiten, bietet zum Beispiel keinen Mittagstisch mehr an oder schließt die Küche bereits um 20:30 Uhr statt um 22:30 Uhr. Andere Gaststätten wiederum schließen mitten in der Hochsaison an zwei oder drei Tagen in der Woche.

Weniger Polen arbeiten in Usedoms Gastronomie

Auch in Swinemünde werden mittlerweile Arbeitskräfte gesucht. Wegen der Corona-Beschränkungen haben einige Polen eine andere Arbeit im Heimatland gefunden. Vor der Pandemie seien bis zu 4.000 polnische Arbeitnehmer jeden Tag auf den deutschen Teil von Usedom gekommen, um dort zu arbeiten. Das Ganze habe sich inzwischen aber halbiert, so Hennige.

Dehoga nimmt Osteuropa ins Visier

Vor einigen Jahren gab es den Versuch, Arbeitnehmer aus Spanien, Portugal und Italien in den Nordosten zu bekommen, der sei allerdings gescheitert. Inzwischen gibt es neue Ideen für ein Projekt mit der Ukraine und Russland. Dort werden Hotelfachleute und Köche ausbildet, die auch Deutsch lernen. Damit sie nach Usedom kommen können, sei die Dehoga mit der Politik im Gespräch, so Usedoms Dehoga-Chef. Vielleicht könnten die ersten Ukrainer schon in der kommenden Saison anfangen, auf Usedom zu arbeiten.

Weitere Informationen
Eine Gesichtsmaske liegt auf Geldscheinen © picture alliance/ZB/Z6944/Sascha Steinach Foto: Sascha Steinach

Corona-Blog: Bald Ende der Verdienstausfall-Entschädigung?

Bund und Länder planen, dass Ungeimpfte bei Quarantäne-Anordnung ab 11. Oktober keinen Anspruch mehr haben. Mehr Corona-News im Blog. mehr

Corona in MV
Stufenkarte nach risikogewichteten Kriterien für Mecklenburg-Vorpommern vom 21. September 2021.

Corona in MV: 117 Neuinfektionen - Hospitalisierungs-Inzidenz weiter bei 0,6

Die meisten Neuinfektionen gab es im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Die Corona-Ampel stuft alle Regionen weiter "grün" ein. mehr

Impressionen von der MeLa 2021 © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

Landwirtschaftsmesse MeLa zu Ende: Mehr als 40.000 Besucher

Die 30. Ausgabe der Agrarmesse sei ein Erfolg gewesen, bilanzierten die Veranstalter. Nach Lockdown und wirtschaftlichem Einbruch habe die MeLa Aufbruchstimmung vermittelt. mehr

Eine Frau bekommt ein Pflaster auf den Arm. © picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON

Corona: Schleppender Impffortschritt trotz Aktionswoche

Erste Zahlen zeigen, dass die Impfquote nicht einmal um einen Prozentpunkt stieg. mehr

Studenten sitzen bei einer Vorlesung im Hörsaal einer Universität. © dpa Foto: Jens Büttner

Hochschulen und Unis in MV peilen mehr Präsenzunterricht an

Nach drei Semestern, in denen es meist hieß "Bildschrim statt Hörsaal", wollen die Hochschulen in MV wieder mehr Präsentunterricht ermöglichen. mehr

Service
Smartphone Telefon-Tastatur. © iStockphoto Foto: Krystian Nawrockii

Bürgertelefone zum Coronavirus

Ministerien, Behörden und Verbände in Mecklenburg-Vorpommern haben Bürgertelefone und Hotlines für Fragen zum Coronavirus geschaltet. Hier finden Sie eine Übersicht. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 07.08.2021 | 13:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Stralsund: Angela Merkel (CDU), Bundeskanzlerin, und Armin Laschet (CDU), Unions-Kanzlerkandidat, stehen bei einem gemeinsamen Wahlkampfauftritt in der Hansestadt auf der Bühne. © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

Merkel, Laschet und Sack warnen vor Rot-Rot-Grün in Bund und Land

Das Spitzentrio der CDU warb bei einem gemeinsamen Wahlkampfauftritt in Stralsund kurz vor den Wahlen am Sonntag um Stimmen. mehr