Stand: 02.07.2019 11:00 Uhr

Waldbrände: Wie gefährlich ist der Rauch?

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Mit den großen Rauchwolken infolge des Waldbrandes bei Lübtheen werden auch kleinste Rußpartikel fortgetragen.

Wie groß ist die gesundheitliche Belastung durch den Waldbrand bei Lübtheen? Michael Barczok, Lungenfacharzt und Sprecher des Bundesverbandes der Pneumologen, rät insbesondere Asthmakranken und Allergikern in den betroffenen Gebieten, sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Im Interview mit NDR Info sagte Barczok am Dienstag: "Wir haben das zusätzliche Problem, dass wir mitten in der Pollenzeit sind. Und die Kombination von Pollen mit Luftschadstoffen führt dazu, dass die Pollen aggressiver werden."

Helikopter, der einem See entnimmt.

Lübtheen: Größter Waldbrand in der Geschichte

Nordmagazin -

Mehr als 300 Feuerwehrleute kämpfen beim Waldbrand bei Lübtheen inzwischen gegen die Flammen. Umweltminister Backhaus spricht vom größten Waldbrand in der Geschichte des Landes.

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Wind trägt Feinstaub weit

Angesichts der großen Rauchwolke, die über das Land zieht, geht Barcok davon aus, dass eine großräumige Rauchbelastung besteht. Unmittelbar am Brandherd gebe es eine Belastung mit allen möglichen, auch groben Rußpartikeln. Mit zunehmender Entfernung nehme die Größe der Partikel ab. "Aber das ist keine Entwarnung. Denn wir wissen, dass Feinstaub - also kleine und kleinste Partikel, die weniger Durchmesser haben als der Bruchteil eines Haares - gut fliegen und leider auch gut in die Lunge aufgenommen werden", erklärt der Lungenarzt. Die Feinstaubpartikel können die normalen Filtermechanismen von Nase und Lunge durchschlagen und in den Körper eindringen. Deswegen habe Feinstaub zu Recht einen schlechten Ruf.

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Keine Gefahr für gesunde Menschen

Man müsse unterscheiden zwischen gesunden Menschen und Menschen, die ein gesundheitliches Problem haben, so Barczok weiter. "Wir haben ja immerhin 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung, die Asthma oder andere Atemwegserkrankungen haben und für die das natürlich schon ein gravierendes Problem ist, wenn sie in größeren Mengen Luftschadstoffe einatmen." Gesunde Menschen könnten so etwas schon mal eine Zeit lang wegstecken.

Besser kein Fußball im Freien

"Wenn man Brandgeruch wahrnimmt und es in den Augen brennt, sollte man sich möglichst in geschlossenen Räumen oder im Auto aufhalten", rät Barczok. Jedenfalls sollte man nicht aktiv Sport im Freien machen, Fußball spielen oder Rad fahren, weil man damit zusätzliche Luft und damit Dreck einatme.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 02.07.2019 | 08:55 Uhr

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