Sonnenuntergang am Waldrand in der Rostocker Heide. © NDR Foto: Sven Friesecke aus Gelbensande

Urlaub in der Pandemie: Mehr Feriengäste und mehr Ordnungswidrigkeiten

Stand: 19.07.2021 18:14 Uhr

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie kommen mehr Touristen und auch Einheimische in die Urlaubsregionen in Mecklenburg-Vorpommern. Es gibt aber auch mehr Ordnungswidrigkeiten.

Förster schätzen, dass sich die Anzahl der Wald- und Strandbesucher - zum Beispiel in der Rostocker Heide - um ein Drittel erhöht hat. Auf der einen Seite freut sie das rege Interesse, auf der anderen hat die Zahl der Ordnungswidrigkeiten in diesem Jahr stark zugenommen. NDR 1 Radio MV hat sich am Montag mit dem Chef des Stadtforstamtes, dem Polizeirevierleiter und dem kommunalen Ordnungsdienst in Markgrafenheide getroffen. Dieser Abschnitt ist auf der einen Seite Touristen-Hotspot aber teilweise auch Naturschutzgebiet.

Genauso viele einheimische wie ortsfremde Regelbrecher

Den Angaben zufolge haben wildes Campen und Parken deutlich zugenommen. Die Polizei schätzt, dass die Zahl dieser Ordnungswidrigkeiten um zwei Drittel gestiegen ist. Auch nicht angeleinte Hunde, Lagerfeuer und unerlaubt fliegende Drohnen seien ein Problem. Seit Jahresbeginn wurden laut kommunalem Ordnungsdienst bereits 150 Verwarngelder ausgesprochen. Demnach ist das Verhältnis zwischen einheimischen Regelbrechern und Touristen, die Ordnungswidrigkeiten begehen, gleich hoch. Die meisten von ihnen sehen ihre Taten ein und werden meist nur belehrt. Ist jemand uneinsichtig oder ungehalten, werde die Polizei eingeschaltet. Die handelt nach einem deutschlandweit geltendem Bußgeldkatalog und spricht auch Verwarngelder aus. Positiv hervorzuheben sei, dass der Müll in den Wäldern und am Strand deutlich abnimmt. Die Leute nehmen ihren Abfall wieder mit nach Hause, zum Teil sind es auch Einheimische oder Touristen, die herumliegenden Unrat mitnehmen und ordentlich entsorgen.

"Natur genießen und sich an die Regeln halten"

Es ist erlaubt, in einem Schlafsack am Strand zu schlafen oder zum Beispiel im Auto auf einem Parkplatz - das gilt nicht als Camping. Voraussetzung ist, dass man kein schützendes Dach oder einen Wetterschutz wie eine Strandmuschel oder ein Zelt über dem Kopf hat. Das Übernachten in Wohnwagen, Wohnmobilen oder einem als Camper umgebauten Kleinbus ist außerhalb von Campingplätzen verboten - und zwar bereits, wenn die Fussbank herausgestellt ist. Auch das Feiern in Naturschutzgebieten ist untersagt, da kann es drakonische Geldstrafen geben. Forstamt, Polizei und Ordnungsdienst sagen aber: "Jeder soll unsere Natur einfach genießen, sich an die Regeln halten und den gesunden Menschenverstand einschalten".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 19.07.2021 | 18:00 Uhr

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