Uni-Klinik Rostock: Situation trotz Landeshilfen angespannt

Stand: 20.08.2021 09:57 Uhr

Die Situation an der Unimedizin Rostock bleibt offenbar auch nach den angekündigten Landeshilfen angespannt. Die Opposition spricht von einem Skandal.

Das Land will in diesem Jahr noch zwei Millionen Euro Sonderhilfen geben - für mehr Personal in der Kinder-Intensiv-Station der landeseigenen Uni-Klinik. Offenbar ist es aber nicht leicht, schnell die Lücken zu schließen. Insider sprechen von einer weiter angespannten Situation. In ihrem Brandbrief hatten die Chefärzte erklärt, die Station könne nicht mehr rund um die Uhr arbeiten.

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"Geld allein bringt keine Verbesserung"

Der Linken-Gesundheitsexperte Torsten Koplin nannte es völlig unverständlich, dass an einem staatlichen Klinikum die medizinische Versorgung gefährdet sei. Der Grünen-Spitzenkandidat zur Landtagswahl Harald Terpe, der im vergangenen Jahr eine Kommission zur Zukunft der Uni-Medizin geleitet hatte, erklärte, man könne jetzt nicht zur Tagesordnung übergehen. Geld allein werde keine Verbesserung bringen. Die Verantwortung für die Krise an der Uni-Medizin dürfe nicht hin- und hergeschoben werden. Land und Uni-Medizin müssten auch für eine neue Führungskultur sorgen. Ärzte hatten bereits im Frühjahr vor Engpässen in der medizinischen Vesorgung gewarnt, der Aufsichtsratschef Mathias Brodkorb hatte schon damals Besserung versprochen.

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