Ein Spieler von Hansa Rostock zockt in der Virtuellen Bundesliga. © NDR Foto: screenshot

Traumjob bei Hansa: E-Sport-Zocker in Festanstellung

Stand: 27.11.2021 11:56 Uhr

Seit dieser Saison spielt Hansa Rostock nicht nur auf dem echten Rasen, sondern auch auf dem virtuellen: im Videospiel FIFA. Levy Rieck ist einer der eFootballer des E-Sport-Teams.

von Golo Schmiedt, NDR 1 Radio MV

Seit Saisonbeginn der zweiten Fußball-Bundesliga treten fünf sogenannte eFootballer für Hansa in der offiziellen Virtuellen Bundesliga gegen andere namhafte Teams wie Bayer Leverkusen oder Werder Bremen an. Levy Rieck ist 19 Jahre alt und studiert an der Uni Rostock Lehramt. Nebenbei hat er einen der vielleicht coolsten Studentenjobs der Welt. Er ist professioneller FIFA-Spieler in der eFootball-Mannschaft des FC Hansa Rostock. Zocken kann er bequem zu Hause am Rechner. Dort steuert er die gesamte virtuelle Hansa-Mannschaft. Jede Mannschaft aus der echten ersten und zweiten Fußball-Bundesliga kann ein eFootball-Team in der Virtuellen Bundesliga ins Rennen schicken. Hansa ist - als Aufsteiger - in dieser Saison zum ersten Mal dabei.

72.500 Euro Startgeld

Zum eFootball-Team der Kogge gehören neben Levy Rieck vier weitere Spieler, die Hansa durch eigene FIFA-Turniere zusammengestellt hat. Sie treten abwechselnd und teilweise zu zweit an den Spieltagen an. Das heißt: Ein Spieler zockt beispielsweise gegen Bayer Leverkusen an der Playstation. Der nächste gegen dieselbe Mannschaft dann an der XBox und zusätzlich gibt es noch ein Zwei-gegen-Zwei-Match. Außerdem gibt es in der Regel gleich zwei Begegnungen an einem Tag. Gespielt wird jede Woche in zwei getrennten Staffeln. Nach bisher fünf Spielen, die alle live auf der Videoplattform Twitch gestreamt wurden, stehen die Rostocker auf Platz 9 in der Tabelle. Jeder Verein bekommt für seine Teilnahme an der Virtuellen Bundesliga ein Startgeld von 72.500 Euro von der Deutschen Fußballliga (DFL). Damit können die Clubs ihre Spieler bezahlen und Social-Media-Kanäle für die eFootball-Abteilung betreiben. Wie viel Geld die Spieler bekommen, will der Verein nicht verraten.

Zocken verbindet Menschen auf der ganzen Welt

Levy Rieck hat das erste Mal im Alter von vier Jahren FIFA auf der Konsole gespielt. Ihn fasziniere an dem Videospiel, dass es Menschen auf der ganzen Welt verbinde, die im Internet gegeneinander antreten können. Außerdem hat er als Hansa-Fan eine Dauerkarte fürs Stadion. Der Verein wolle durch die eFootball-Mannschaft den Menschen Hansa ins Wohnzimmer bringen, erzählt Rick Feldmann, Mitarbeiter der Medien- und Kommunikationsabteilung von Hansa Rostock. Außerdem sollen durch das Spiel neue und vor allem junge Fans gewonnen werden.

Auch Hansa-Spieler stehen auf eFootball

Die Spieler der Hansa-Zweitliga-Mannschaft finden laut Feldmann ihre neuen Kollegen aus der eFootball-Abteilung auch sehr spannend. Vor allem Abwehrspieler Julian Riedel sei in seiner Freizeit ein begeisterter FIFA-Zocker. Für die erste Saison der Virtuellen Bundesliga haben sich Levy Rieck und seine Mitstreiter vorerst keine großen Ziele gesetzt. Zunächst gehe es darum, Spaß zu haben und die etablierten Teams mit den großen Namen ein bisschen zu ärgern. Das nächste Spiel am 30. November ist ein prominentes Nordderby. Der Gegner heißt Werder Bremen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 30.11.2021 | 19:30 Uhr

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