Stand: 23.01.2020 17:04 Uhr

Toshiba stellt Hybrid-Loks künftig in Rostock her

DB-Cargo-Werk in Rostock © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck
Die Hybrid-Loks sollen im Instandhaltungswerk der DB Cargo auf dem Bahnbetriebswerk Krummendorf entstehen. (Archivbild)

Der japanische Technologiekonzern Toshiba will seine Hybrid-Lokomotiven künftig in Rostock herstellen. Im kommenden Jahr beginnen die Vorbereitungen für die Montage im Instandhaltungswerk der DB Cargo, wie Toshiba und DB Cargo am Donnerstag mitteilten. 100 Fahrzeuge seien von der Bahntochter bestellt worden.

VIDEO: Toshiba will Lokomotiven in Rostock bauen (2 Min)

Einige Dutzend Arbeitsplätze entstehen

Die Investitionen im Werk lägen zunächst im "mittleren einstelligen Millionenbereich", die Zahl der neuen Arbeitsplätze liege im "mittleren zweistelligen Bereich", hieß es weiter. Über den finanziellen Umfang des Lokomotivgeschäfts wurde nichts bekannt. Die Produktion könnte 2022 starten. Gemeinsam mit Toshiba würden mit dem alternativen Antriebskonzept aus Diesel und Batterien in einer entscheidenden Zukunftstechnologie Maßstäbe gesetzt, sagte Sigrid Nikutta, DB-Konzernvorstand für Güterverkehr und DB Cargo. "Wir sparen 30 Prozent Energie und eine Million Liter Diesel im Jahr." Die Loks werden hauptsächlich in Rangierbahnhöfen eingesetzt.

Madsen: Stärkung für Innovationsstandort Rostock

Seit 2016 hatten Rostock und Kiel um den Zuschlag für den Produktionsstandort gerungen - und verwiesen jeweils auf die eigenen Standortvorteile. Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) nahm die Entscheidung mit Freude auf. Damit werde der Technologie- und Innovationsstandort Rostock gestärkt, so Madsen. Er hob die Arbeit vom Wirtschaftsministerium in Schwerin und dem Wirtschaftsförderer Rostock Business hervor.

"Die Symbiose von DB Cargo und Toshiba bedeutet mehr gute und mehr nachhaltige Arbeit im Land", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Rudolph. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hob hervor, dass auf innovative umweltfreundliche Technologien gesetzt werde. Dies eröffne gerade einem Land wie Mecklenburg-Vorpommern neue wirtschaftliche Chancen. Toshiba-Vizepräsident Takayuki Konno bezeichnete die Entscheidung als Beginn einer hervorragenden Zusammenarbeit. "Toshiba ist sehr stolz darauf, seine erste europäische Rangierlokomotive für DB Cargo zu entwickeln."

"Das ist keine gute Nachricht für Kiel"

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) zeigte sich dagegen enttäuscht: "Das ist keine gute Nachricht für Kiel." Es gebe in der Fördestadt geeignete Flächen und qualifizierte Fachkräfte. "Wir hatten dem Unternehmen quasi den roten Teppich ausgelegt, um den Bau der umweltfreundlichen Hybrid-Lokomotiven nach Kiel zu holen." Die Entscheidung sei aber nicht ganz überraschend gekommen. "Die Deutsche Bahn als Auftraggeberin hatte offensichtlich eigene Vorstellungen." Schleswig-Holsteins Wirtschaftsstaatssekretär Thilo Rohlfs nahm die Entscheidung ebenfalls mit Bedauern auf. Nichtsdestotrotz bleibe Kiel ein Kompetenzzentrum für die Entwicklung von Lok-Technologie der Firma Toshiba.


23.01.2020 16:10 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikel hieß es, ein Prototyp einer Hybrid-Lok sei bereits in Kiel und Rostock getestet worden. Das stimmt nicht. Ein solcher Prototyp wurde noch nicht gebaut. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

 

Weitere Informationen
Das Logo von Toshiba an einem Firmengebäude © imago

Toshiba will Loks bauen - in Rostock oder Kiel

Der japanische Technologiekonzern Toshiba will in Norddeutschland Hybrid-Lokomotiven bauen. Wo ist allerdings noch unklar. Rostock und Kiel machen sich große Hoffnungen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.01.2020 | 15:00 Uhr

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