Stand: 09.12.2019 16:52 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Tödlicher Unfall: Bewährungsstrafe für Verursacher

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Wegen fahrlässiger Tötung ist ein dänischer Unfallfahrer in Stralsund verurteilt worden. (Archivbild)

Ein 37-jähriger Däne ist vor dem Amtsgericht Stralsund wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Dem Mann war vorgeworfen wurden, im August 2018 auf der A20 nahe Tribsees einen Auffahrunfall verursacht zu haben, bei dem zwei junge Frauen starben. Das Gericht verurteilte den Mann zu einer Strafe von einem Jahr und sechs Monaten, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem muss der Unfallfahrer jeweils 2.500 Euro an die Familien der getöteten Frauen zahlen.

Auf Autos am Stauende aufgefahren

Der Mann war nach Auffassung des Gerichts Schuld an dem tödlichen Unfall. Der Beschuldigte war mit seinem Wagen bei Tempo 130 bis 160 in ein Stauende am abgesackten Teilstück der A20 nahe Tribsees gefahren. Der damals 36-jährige Unfallverursacher hatte gesagt, er habe diesen zu spät bemerkt, weil er gerade zu einer Getränkedose gegriffen habe und sei deshalb ungebremst auf den Kleinwagen der beiden Frauen aus Rostock geprallt.

Nebenklage kritisiert Polizei

Laut einem Gutachter hatte der Mann jedoch sechs bis zehn Sekunden Zeit gehabt, um die drohende Gefahr wahrzunehmen und zu bremsen. Die Nebenklage monierte, dass die Polizei die Handydaten des Beschuldigten zum Unfallzeitpunkt nicht ausgewertet habe, um Hinweise auf eine mögliche Ablenkung durch eine SMS oder einen Anruf zu ermitteln. Der Däne war zum Unfallzeitpunkt weder alkoholisiert noch hatte er Drogen genommen. Der Prozess ging ihm emotional sichtlich nahe.

In diesem Fall gebe es letztlich nur Opfer, sagte Amtsgerichtsdirektor Sascha Ott nach der Verhandlung. Da seien die Hinterbliebenen, die mit dem Tod ihrer Angehörigen umgehen müssten, da sei der Täter, der psychisch und physisch deutlich gezeichnet sei. Der Mann habe sich in Stralsund unter Tränen persönlich bei den Hinterbliebenen entschuldigt.

Mehrere Schwerverletzte

Vier weitere Fahrzeuge waren in den Unfall verwickelt. Ein Motorradfahrer, eine Autofahrerin und ihr Kind sowie der Unfallverursacher wurden schwer verletzt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hätte der Däne den Unfall vermeiden können, wenn er rechtzeitig gebremst hätte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.12.2019 | 15:00 Uhr

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