Zwei Polizisten stehen nebeneinander auf einer Straße. © NDR Foto: Julius Matuschik

Schwerin: Polizei kontrolliert verstärkt Partys von Jugendlichen

Stand: 19.09.2021 14:12 Uhr

Die Polizei in Schwerin fährt seit Freitagabend verstärkt Streife an bekannten Treffpunkten, an denen abends teils mehrere hundert Jugendliche feiern. In den vergangenen Wochen hatte es über 30 Anzeigen von Anwohnern wegen Lärmbelästigung und liegengelassenem Müll gegeben.

Vor allem am Lankower See sowie im Schlossgarten hatte es zuletzt immer wieder solche Feiern gegeben. Dabei waren laut Polizei oft leere Flaschen zurückgelassen, Büsche als Toilette benutzt und im Schlossgarten vereinzelt historische Statuen mit Flaschen beworfen worden. Anwohner hatten sich daraufhin über zu laute Musik - auch in den Nachtstunden - und den zurückgelassenen Müll beschwert. Nach Angaben der Parkverwaltung wurden allein in der Vorwoche auf einer zwei Hektar großen Fläche 30 Säcke voll mit Müll entsorgt worden.

Rund 200 Jugendliche feiern am Lankower See

An diesem Wochenende trafen sich laut Polizei am Freitag- sowie am Samstagabend jeweils rund 200 feiernde Jugendliche am Ufer des Lankower Sees. Musik dröhnte aus mitgebrachten Boxen, es wurde getrunken, teilweise auch getanzt. Acht zusätzliche Beamte waren im Nachtdienst eingesetzt worden. Die Bilanz der Polizei nach dem ersten Wochenende fiel positiv aus. Alles sei friedlich verlaufen - auch weil sie eine Strategie der ausgestreckten Hand betreibe, ist sich die Polizei sicher. Man habe das Gespräch mit den Jugendlichen gesucht, diese hätten durchaus auch Verständnis für die Beschwerden der Anwohner gezeigt.

"In Schwerin gibt es nicht 'mal einen Jugendclub"

Die Polizei kam ohne Blaulicht, es gab keine Ermahnungen. Auch die Beamten zeigten Verständnis für die Nöte der Jugendlichen. Denn in der Zeit von Corona sind Treffen schwieriger geworden. "In Schwerin gibt es nicht 'mal einen Jugendclub. Es gibt nur das 'Zenit', aber da geht keiner mehr hin", sagte einer der feiernden Jugendlichen NDR 1 Radio MV. Deshalb bleibe ihnen manchmal keine andere Wahl, als sich draußen zu treffen.

Polizei: Treffen ja, aber Regeln einhalten

Sich zu treffen, sei grundsätzlich okay, sagte der Leiter der Kriminalpolizei in Schwerin, Andreas Walus. Allerdings müssten die Regeln eingehalten werden: "Und dazu gehört natürlich erstens, dass es friedlich bleibt; zweitens, dass die Vermüllung ein Ende hat und dass man den Müll auch wieder wegräumt und drittens, dass die Lärmbelästigung nach 22 Uhr beendet werden muss."

Streetworker sollen eingesetzt werden

Die Beamten seien "mit einem netten Lächeln" auf die Jugendlichen zugegangen, so Walus weiter. "Wir haben ihnen erklärt, dass wir hier nichts verbieten wollen und dass es völlig in Ordnung ist und wir uns auch darüber freuen, wenn sie sich treffen und feiern." Also: Weniger mit Bestrafungen drohen und mehr mit den Jugendlichen reden, um Verständnis zu bekommen - zumindest was das friedliche Treffen und Feiern angeht. Inzwischen hat sich die Polizei auch mit der Stadt in Verbindung gesetzt. Ab der kommenden Woche sollen Streetworker an den bekannten Treffpunkten der Jugendlichen eingesetzt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 19.09.2021 | 13:00 Uhr

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