Stand: 04.06.2019 14:24 Uhr

Schwere Vorwürfe gegen Polizisten aus MV

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Das Innenministerium prüft derzeit die Vorwürfe gegen die Beamten. (Symbolbild)

Die sexuelle Belästigung einer Minderjährigen per Chat hat für einen Polizisten aus Mecklenburg-Vorpommern disziplinarrechtliche Konsequenzen. Das hat das Innenministerium mitgeteilt. Ob der Polizist zum Beispiel verwarnt, versetzt oder entlassen wurde, bleibt jedoch unklar. Ein Ministeriumssprecher sagte, er könne aus datenschutzrechtlichen Gründen keine weiteren Angaben machen.Der Polizist wird beschuldigt, sich für Nachfragen in einem Missbrauchsverfahren die Handynummer einer 13 Jahre alten Zeugin besorgt zu haben. Er habe dann aber einen Chat über einen Kurznachrichtendienst mit dem Mädchen begonnen und dabei sexuelle Andeutungen gemacht.

Polizist belästigt Zeugin per SMS

In einem zweiten Fall hatte ein Polizist per SMS eine jugendliche Zeugin belästigt. Die 15-Jährige hatte zunächst bei der Polizei Strafanzeige erstattet, weil von ihr ungewollt Bilder ins Internet gestellt wurden, die sie beim Sex zeigten. Der Beamte, der die Anzeige aufgenommen hatte, soll die 15-Jährige später per SMS angeschrieben und sie zu einem Foto-Shooting eingeladen haben. Gegen ihn wird die Polizei erst noch ein Disziplinarverfahren einleiten, so der Sprecher weiter.

Datenmissbrauch kein Einzelfall

Der Landesdatenschutzbeauftragte Heinz Müller hatte beide Fälle in seinem Tätigkeitsbericht 2018 bekannt gemacht. Demnach hat seine Behörde im vergangenen Jahr gegen insgesamt fünf Polizisten Bußgelder verhängt, weil sie dienstliche Daten für private Zwecke missbrauchten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 04.06.2019 | 16:00 Uhr

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