Stand: 26.05.2020 15:53 Uhr

Scandlines-Fähre "Copenhagen" mit Rotorsegel unterwegs

von Martin Möller, NDR Nordmagazin

Rotorsegel wird auf Scandlines Fähre "Copenhagen" montiert.
Von dem Rotorsegel verspricht sich Scandlines eine Reduktion des CO2-Ausstoßes.

Die Scandlines-Fähre "Copenhagen" ist seit heute mit einem Rotorsegel unterwegs. Damit will die Reederei auf der Route Rostock-Gedser die CO2-Emissionen um vier bis fünf Prozent senken. Die "Copenhagen" war dazu bereits im vergangenen Winter in einer polnischen Werft für die Montage vorbereitet worden. Am Montagabend begann im Seehafen Rostock die Montage des 30 Meter hohen sogenannten Flettner-Rotors.

Nord-Süd-Route bietet gute Windverhältnisse

Entwickler und Hersteller ist die finnische Firma Norsepower. Auf offenen See wird der Zylinder mit Elektromotoren automatisch in Drehung versetzt. Durch Sog- und Staudruckkräfte entsteht Vortrieb. Je stärker die Rotation, desto weniger müssen die Schiffsdiesel arbeiten. Das funktioniert aber nur, wenn der Wind von der Seite kommt. Deshalb ist die fast Nord-Süd verlaufende Route zwischen Gedser und Rostock und der vorherrschende Nordwestwind für den Einsatz dieses Systems sehr gut geeignet.

Erstmals mit Segel ausgelaufen

Am Morgen ist die "Copenhagen" zum ersten Mal mit Segel in Richtung Dänemark ausgelaufen. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob mit dem Flettner-Rotor auf der etwa 45 Kilometer langen Route der Kraftstoffverbrauch deutlich gesenkt werden kann. Die Entwicklung und die Montage des Systems wurden von der EU mit 5,4 Millionen Euro gefördert. Es soll künftig auch auf anderen Schiffen eingesetzt werden.

Übrigens, in der alten Seefahrernation Dänemark sagt man bis heute "Færgen sejler", sprich: Die Fähre segelt und nicht die Fähre fährt. Und sie segelt jetzt tatsächlich wieder. Wenigstens ein bißchen, wenn der Wind aus der richtigen Richtung weht zwischen Rostock und Gedser.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.05.2020 | 11:00 Uhr

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