Stand: 29.10.2018 12:31 Uhr

Rügen: Größter Ostsee-Windpark in Betrieb

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70 Windenergieanlagen hat der spanische Energieversorger Iberdrola am sogenannten Adlergrund gebaut.

Rund zweieinhalb Jahre nach Baubeginn ist der vor Rügen gelegene Offshore-Windpark "Wikinger" offiziell in Betrieb genommen worden. Mit einer Leistung von 350 Megawatt ist "Wikinger" der bislang größte Windpark in der deutschen Ostsee; zudem handelt es sich um den ersten Windpark des spanischen Energiekonzerns Iberdrola in deutschen Gewässern. Die Spanier investierten eigenen Angaben zufolge rund 1,4 Milliarden Euro in den Bau. "Wir haben den Windpark termingerecht und im Rahmen des Budgets gebaut und wertvolle Erfahrungen gesammelt", sagte Konzernchef Ignacio Galàn.

Bohrinsel

Offshore-Projekt "Wikinger" geht in Betrieb

Nordmagazin -

Das Offshore-Projekt "Wikinger" zwischen Rügen und Bornholm ist fertig. Die 70 Windräder können theoretisch bis zu einem Fünftel des durchschnittlichen Strombedarfs in MV decken.

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70 riesige Windkraftanlagen - 165 Meter hoch

"Wikinger" besteht aus 70 riesigen Windkraftanlagen. Jede ist 165 Meter hoch, die Rotoren der Fünf-Megawatt-Turbinen haben einen Durchmesser von 135 Metern. Die Fundamente für Anlagen sind bis zu 40 Meter tief im Meeresgrund verankert. "Wikinger" soll bei optimalem Wind Strom für rund 350.000 Haushalte erzeugen können. Die Rotoren der Anlagen drehten sich bereits seit dem Frühjahr, nun geht die Testphase zu Ende.

Erhöhte Spannungsebene von 220.000 Volt

Der Strom wird über die etwa 90 Kilometer lange Stromtrasse "Ostwind 1" des Netzbetreibers 50Hertz nach Lubmin abgeführt. "Das Besondere ist, dass wir hier eine höhere Spannungsebene verwenden", sagte Henrich Quick von 50 Hertz. Gegenüber den "Baltic"-Windparks sei diese von 150.000 auf 220.000 Volt erhöht worden. "Damit können wir viel effizienter den Strom übertragen", so Quick weiter. Auf dem Festland in Lubmin wird der Strom schließlich ins deutsche Leitungsnetz eingespeist.

Planungen für "Baltic Eagle" laufen

Iberdrola-Konzernchef Galàn kündigte den Bau eines weiteren Parks in der deutschen Ostsee an. Das Windpark-Projekt "Baltic Eagle", das mit einer Leistung von 476 Megawatt ebenfalls vor Rügen entstehen soll, befinde sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium des Genehmigungsverfahrens. Baugrunduntersuchungen wurden bereits begonnen. "Wir sehen keine Risiken", so Galàn. Zudem ist mit "Wikinger Süd" eine Erweiterung des "Wikinger"-Parks um 10 Megawatt geplant.

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Stetiger Ausbau ruft Kritiker auf den Plan

Die Erzeugung grünen Stroms in der deutschen Ostsee nimmt stetig zu. Seit 2011 und 2015 sind mit "Baltic 1" (48,3 Megawatt - vor dem Darß) und "Baltic 2" (288 Megawatt - nordwestlich von Rügen) zwei Offshore-Windparks des Karlsruher Energiekonzerns EnBW am Netz. Außerdem errichten die Energiekonzerne Eon und Equinor (früher Statoil) nahe des Wikinger-Feldes den Windpark "Arkona" mit einer Leistung von 385 Megawatt. Doch die Offshore-Windparks sind umstritten. Kritiker monieren Umweltzerstörung und eine Verschandelung der Landschaft.

Pegel: Beschäftigungspolitische Bedeutung

Nach Einschätzung von Mecklenburg-Vorpommerns Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) bietet die Offshore-Windenergie dagegen große beschäftigungs- und industriepolitische Chancen für das Bundesland. Neben den Anlagenherstellern profitierten auch die maritime Industrie, Zulieferer, Dienstleister und Häfen - insbesondere in Sassnitz. Dort haben Iberdrola wie auch Eon ihre Betriebsgebäude errichtet, jeweils 50 Arbeitsplätze sollen entstehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 29.10.2018 | 12:00 Uhr

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