Stand: 16.03.2020 08:41 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Riems: Loeffler-Institut forscht an Coronavirus

Das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 beschäftigt auch die Wissenschaftler am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems bei Greifswald. Die Forscher haben mit Tierversuchen zur Erforschung des neuartigen Virus begonnen. Ausgewählt wurden dafür Schweine, Hühner, Frettchen und Nilflughunde, eine Fledermausart, wie FLI-Präsident Thomas Mettenleiter der Nachrichtenagentur dpa sagte. "Es ist wichtig zu wissen, ob wir durch das Virus auch Schwierigkeiten in der Nutztierhaltung bekommen könnten", so Mettenleiter.

Erste Ergebnisse Ende April erwartet

Die Versuche zum Coronavirus sind laut dem Institutsleiter derzeit das dringlichste Forschungsvorhaben der Einrichtung. Mit Ergebnissen rechne er frühestens Ende April. "Wasserstandsmeldungen" wolle er nicht abgeben, sagte er. Das bundeseigene Forschungsinstitut für Tiergesundheit hat den Auftrag, die Gesundheit von lebensmittelliefernden Tieren zu erhalten und Menschen vor zwischen Tier und Mensch übertragbaren Infektionskrankheiten zu schützen.

Versuche könnten bei Entwicklung von Medikamenten und Impfstoff helfen

Deshalb seien Schweine und Hühner für die Versuche ausgewählt worden. Frettchen gelten als Modelltiere für Infektionen der Atemwege beim Menschen, insbesondere für Grippeviren. Wenn sich das auch beim neuartigen Coronavirus bewahrheitet, könnten Versuche mit Frettchen bei der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen helfen. Bei Fledermäusen wird der Ursprung von Sars-CoV-2 vermutet, aber auch der Ursprung anderer Erreger, die auf den Menschen übertragbar sind.

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Arbeiten in Labors der zweithöchsten Sicherheitsstufe

Die ersten Versuche im FLI wurden mit der Infektion von Fledermäusen aus der institutseigenen Zucht gestartet. Das Sars-CoV-2 stamme aus dem ersten deutschen Cluster in München, so Mettenleiter. In der Region hatte es im Februar die ersten Infektionen mit dem neuen Erreger gegeben. Gearbeitet wird in Labors und Tierställen der zweithöchsten Sicherheitsstufe S3 - dort herrscht Unterdruck, die Abluft wird gefiltert, die Abwässer sterilisiert.

Sind Nutztiere mit Sars-CoV-2 infizierbar?

Das zentrale Ziel sei, aufzuklären, ob Nutztiere überhaupt mit Sars-CoV-2 infizierbar sind. Außerdem wollen die Forscher die Verteilung des Virus im tierischen Organismus und mögliche Übertragungswege erkennen. Bisher gibt es laut Mettenleiter aber keine Hinweise dafür. Falls doch, soll untersucht werden, inwieweit es zu einer Vermehrung des Virus kommt und welche Erregermengen gegebenenfalls ausgeschieden werden - über den Atmungstrakt, aber auch über den Kot. Über die Ausscheidungen könnten infizierte Tiere in den Ställen zur Gefahr für den Menschen werden, der infizierte Mensch aber auch zur Gefahr für gesunde Tiere. Dann müssten die Menschen vor den Tieren und die Tiere vor den Menschen geschützt werden, so der Institutschef.

 

 

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NDR 1 Radio MV | 16.03.2020 | 10:00 Uhr

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