Ein Grenzpfeiler in den Nationalfarben Polens steht nahe dem Grenzübergang Stadtbrücke zwischen dem polnischen Slubice und Frankfurt (Oder) in Brandenburg.

Polen nun Hochinzidenzgebiet - Pendler kritisieren Testkosten

Stand: 21.03.2021 14:44 Uhr

Nach der Einstufung Polens als Hochinzidenzgebiet haben Pendler Kritik an den nun anfallenden Testkosten geäußert. Das Land Mecklenburg-Vorpommern solle finanzielle Hilfe leisten.

Aufgrund der Vielzahl an Kontrollen sieht die Pendler-Bürgerinitiative "Freie Grenzen - Wolne Granice" grenzüberschreitendes Arbeiten und Leben als gefährdet an. Sie forderte Deutschland auf, finanzielle Hilfe bei der Abdeckung der Testkosten zu leisten. "Die deutsche Seite sollte eine Lösung finden, bei der die betroffenen Personen für die Tests nichts bezahlen müssen", sagte Sprecher Bartosz Marosz. Das in der Politik diskutierte Modell, wonach die Arbeitgeber in Deutschland die Kosten übernehmen sollen, sei problematisch. Es könnte dazu führen, dass Firmen sich von polnischen Mitarbeitern trennen. Die Gebühr für einen Corona-Test an den Testzentren in Mecklenburg-Vorpommern beträgt für Berufspendler zehn Euro, für alle anderen 20 Euro. Das Land verlangt, dass Pendler alle 48 Stunden einen negativen Test vorlegen. Im Vorjahr hatte die Landesregierung während der Zeit der Grenzschließung für rund 1.400 Pendler Kosten für Übernachtungen von rund einer Million Euro übernommen.

Starke Zunahme von Corona-Fällen in Polen

Weil in Polen die Zahl der Corona-Infektionen stark gestiegen ist, hatte die Bundesregierung Polen als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Sei Sonntag ist die Einreise aus Polen nach Deutschland nur noch mit einem negativen Corona-Test erlaubt. Das hatte das Robert Koch-Institut (RKI) bereits am Freitag bekannt gegeben. Als Hochinzidenzgebiet werden die Länder und Regionen eingestuft, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche über 200 liegt. Für Polen gibt es keinen amtlichen Inzidenzwert. Nach Angaben der Bundesregierung liegt er in Polen jedoch deutlich über 200.

Landesregelung strenger als beim Bund

Mecklenburg-Vorpommerns Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) sagte, die strenge Testpflicht des Landes gehe „über die Bundeseinreiseverordnung hinaus, sichert aber auch Freiheiten in der Metropolregion Stettin“. Zuvor durfte der Test bis zu vier Tage alt sein. In Brandenburg sollen sich Pendler nur zwei Mal pro Woche testen lassen. Auch dank der beiden vor kurzem eröffneten Schnelltestzentren an den Grenzübergängen in Linken und Ahlbeck sei man in Mecklenburg-Vorpommern gut aufgestellt, sagte Dahlemann.

Auch Bulgarien Hochinzidenzgebiet

Auch Bulgarien, Zypern, Kuwait, Paraguay und Uruguay stehen seit Sonntag auf der Liste der Hochinzidenzgebiete. Für die bisherigen Virusvariantengebiete Großbritannien und Irland werden dagegen die Reisebeschränkungen deutlich gelockert. Ganz aufgehoben wird die Quarantäne und die Testpflicht für die portugiesische Algarve. Allerdings dürfen die Hotels an der Algarve derzeit noch keine Touristen aufnehmen. Zuvor wurden schon Mallorca und die anderen Balearen-Inseln von der Liste der Risikogebiete gestrichen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 20.03.2021 | 07:00 Uhr

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