Stand: 08.10.2018 19:13 Uhr

Ostseepipeline: Nord Stream 2 baut weiter aus

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Die "Audacia" soll die Ostseepipeline in den tieferen Gewässern der deutschen Wirtschaftszone verlegen.

Die Gazprom-Tochter Nord Stream 2 AG hat am Montag ein weiteres Verlegeschiff für den Bau der neuen Ostseepipeline in Betrieb genommen. Die etwa 225 Meter lange "Audacia" liegt bereits seit dem Wochenende vor Lubmin. Außerdem werden an der Anlandestation in Lubmin mehrere große Ventile an die Gasleitung montiert.

Anlandestation wird weiter ausgebaut

Am deutschen Anlandepunkt in Lubmin sollen zwei große Ventile montiert werden, durch die später sogenannte Molche entnommen werden können. Das sind längliche Prüf- und Reinigungsroboter, die auf russischer Seite in die Leitung eingesetzt werden und dann automatisch durch die 1.200 Kilometer lange Pipeline Richtung Deutschland fahren und Daten über den Zustand der Rohre sammeln.

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Zweites Verlegeschiff "Audacia"

Seit dem Wochenende ist mit der "Audacia" ein zweites Verlegeschiff im Einsatz. Es soll nach Angaben eines Nord Stream 2 Sprechers bis Ende des Jahres knapp 40 Kilometer Pipeline in den tieferen Gewässern und der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone verlegen.

Alternativroute wegen fehlender dänischer Genehmigung

Bis zum Herbst soll der Bau der politisch und wirtschaftlich umstrittenen Ostseepipeline abgeschlossen sein, so die Gazprom-Tochter. Mittlerweile ist das Projekt von allen Anrainerstaaten bis auf Dänemark genehmigt. Osteuropäische Länder wie Polen und die Ukraine fürchten den Verlust von Transitgebühren für russisches Gas. Kritiker sehen außerdem eine zu hohe Abhängigkeit von Russland.

Wegen der fehlenden dänischen Genehmigung ist als "Vorsichtsmaßnahme" zusätzlich eine alternative Route, die nicht durch dänische Küstengewässer, sondern durch die Ausschließliche Wirtschaftszone Dänemarks führt, durch Nord Stream 2 beantragt worden. Gazprom begründet das Milliardenprojekt mit dem Rückgang von Erdgasvorräten in Europa.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 08.10.2018 | 08:00 Uhr

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