Der Juror Xavier Naidoo sitzt beim Finale der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar 2019" (DSDS) auf der Bühne. © dpa-Bildfunk Foto: Henning Kaiser

Naidoo-Auftritt in Rostock: OB Madsen legt Widerspruch gegen Verbotsbeschluss ein

Stand: 02.06.2021 15:57 Uhr

Der Sänger Xavier Naidoo könnte möglicherweise doch in Rostock auftreten. Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) hat gegen einen Beschluss der Bürgerschaft Widerspruch eingelegt.

Madsen erklärte, der Beschluss der Bürgerschaft sei rechtswidrig. Ein Verbot des Auftritts von Naidoo in der Statdthalle würde Gleichbehandlungsrechte und wettbewerbsrechtliche Bestimmungen verletzen. Madsen betonte, dass es keine Entscheidung aus persönlicher Überzeugung sei, sondern dass es schlichtweg um Rechtsgrundlagen gehe.

Öffentliche Einrichtungen wie die Stadthalle seien zur Wahrung des Gleichheitsgrundsatzes verpflichtet, teilte die Stadt mit. Kein Veranstalter oder Künstler dürfe ausgeschlossen werden, weil der Vermieter von Einrichtungen deren religiöse oder politische Ansichten nicht teile. Die Verwaltung hatte zudem argumentiert, dass nach einer Absage ein Imageverlust für die Stadt drohe. Es bestünden Bedenken über die Auswirkungen auf zukünftige, ähnlich gelagerte Fälle.

Bürgerschaft stimmte für Auftrittsverbot in Stadthalle

Die Bürgerschaft hatte vor zwei Wochen gefordert, Naidoo unter anderem wegen seiner umstrittenen Äußerungen und Verbindungen zu Verschwörungstherotikern in der Rostocker Stadthalle nicht mehr auftreten zu lassen. Es ging dabei nicht um ein generelles Auftrittsverbot in Rostock, sondern nur um Auftritte in der Stadthalle als kommunale Einrichtung. Einzelne Bürgerschaftsmitglieder hatten die Forderung als Eingriff in die Kunstfreiheit bezeichnet.

Bürgerschaft muss am 16. Juni erneut abstimmen

Nun muss die Bürgerschaft auf der kommenden Sitzung am 16. Juni erneut über die Angelegenheit abstimmen. Sollte sich erneut eine Mehrheit für das Auftrittsverbot in der Stadthalle aussprechen, müsste sich das Innenministerium mit dem Fall beschäftigen.

Naidoo tauchte in der Vergangenheit immer wieder im Zusammenhang mit sogenannten Verschwörungsmythen auf - er machte auch umstrittene Äußerungen zu der Corona-Pandemie. Nachdem er im März 2020 die Jury der RTL-Sendung "Deutschland sucht den Superstar" verlassen musste, hatte er Vorwürfe des Rassismus vehement zurückgewiesen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 02.06.2021 | 16:00 Uhr

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