Eine Frau hält einen Corona-Selbsttest in den Händen. © dpa-Bildfunk Foto: Friso Gentsch

Nach Ostern zwei Selbsttests für Schüler und Lehrer in MV

Stand: 26.03.2021 16:19 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Schüler und Lehrer können nach den Osterferien zweimal pro Woche einen Corona-Selbsttest machen. Sie können dann auch zu Hause durchgeführt werden. Der Landeselternrat MV begrüßt die Regelung.

Die Praxis von Corona-Selbsttests an Schulen ist von Eltern- und auf Lehrerseite neu bewertet worden, nachdem die Tests an den Schulen des Landes auf nur spärliche Akzeptanz stießen. Gemeinsam mit dem Bündnis "Gute Schule in MV" hat das Bildungsministerium die Schnelltest-Praxis neu aufgesetzt. Mecklenburg-Vorpommerns Schüler und Lehrer können demnach nach den Osterferien zweimal pro Woche einen Corona-Selbsttest machen. Bisher wurden die Tests in den Schulen nur einmal wöchentlich bereitgestellt. Außerdem soll es künftig möglich sein, den Test zu Hause durchzuführen statt zum Beginn eines Schultags in der Klasse. Das müsste dann die jeweilige Schulkonferenz beschließen, heißt es in einem Hinweisschreiben von Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) an die Schulen im Land vom Freitag.

24.000 Tests in den ersten vier Tagen, 21 positiv

Auch eine Kombination beider Orte ist demnach möglich. Wichtiger als der Ort der Testungen sei, dass überhaupt regelmäßig sachgerechte Testungen vorgenommen würden und ein verantwortungsvoller Umgang mit den Ergebnissen stattfinde, so Martin. Seit dem 17. März bieten die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern den Lehrern, Schülern und Schulmitarbeitern Corona-Selbsttests an, um den Präsenzunterricht in der Pandemie sicherer zu machen. In den ersten vier Tagen nutzten nach Angaben aus der SPD-Landtagsfraktion rund 24.000 Schüler, Lehrer und Schulmitarbeiter das Angebot, wobei 21 positive Testergebnisse anfielen.

Landeselternrat MV zu Startschwierigkeiten

Aus Sicht von Kay Czerwinski, dem Landeselternrats-Vorsitzenden in Mecklenburg-Vorpommern, sind die Sebsttests an den Schulen des Landes so schlecht angelaufenen, weil zu viele Fragen offen geblieben sind. Niemand habe sich auf die Test-Praxis vorbereiten können, vor allem die Lehrer nicht. Das erklärte der Landeselternrats-Vorsitzenden im Interview mit NDR 1 Radio MV. Dennoch lobte Czerwinski die Leistung des Bildungsministeriums bei der schnellen Verteilung der Testkits. "Wir haben festgestellt, dass der beste Ort zum Lernen die Schule ist." Darum müsse möglichst viel getestet werden, damit der Schulbetrieb am Laufen gehalten werden kann, so Czerwinski.

"Aufklärung zu den Schnelltests hat gefehlt"

Eltern hätten vor allem Bedenken, dass ihr Kind aufgrund eines positiven Testergebnisses Ausgrenzung und Stigmatisierung erfährt. Es hätte auch die generelle Aufklärung gefehlt, wie die Tests überhaupt ablaufen. Außerdem befürchteten Eltern die unmittelbaren Konsequenzen eines positiven Testergebnisses für ihr Kind. Es müsse dann nämlich aus der Schule abgeholt werden. Was ist, wenn das nicht so schnell zu organisieren ist? "Dann sitzt das Kind möglicherweise zwei bis drei Stunden, mit einem vermeintlich positiven Test in der Schule."

Höhere Akzeptanz der Testungen erhofft

An der anfänglichen Festlegung, die Selbsttests verpflichtend in der Klasse durchzuführen, hatte es Kritik von Lehrern und Eltern gegeben. Der CDU-Bildungspolitiker Daniel Peters zeigte sich überzeugt, dass der Schwenk von Bildungsministerin Bettina Martin zu einer größeren Akzeptanz der Testungen beitragen werde.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 26.03.2021 | 16:00 Uhr

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