Stand: 24.09.2019 15:54 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Multiresistenter Keim in Vorpommern-Greifswald

Von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

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Ein Reservemedikament hat sich als wirksam gegen den multiresistenten Keim erwiesen. (Symbolbild)

Das gehäufte Auftreten eines multiresistenten Keims in mehreren Krankenhäusern hat die Behörden im Landkreis Vorpommern-Greifswald alarmiert. Insgesamt sei der Keim vom seltenen Typ 4MRGN bei 14 Menschen in mehreren Kliniken nachgewiesen worden. Das teilten die Universitätsmedizin Greifswald sowie das Landesamt für Gesundheit und Soziales mit. Betroffen sind neben der Universitätsmedizin die Kliniken in Karlsburg und Wolgast sowie eine Reha-Klinik in Greifswald.

14 Patienten mit multiresistentem Keim infiziert

Nordmagazin -

In vier Krankenhäusern im Kreis Vorpommern-Greifswald wurde bei 14 Patienten ein multiresistenter Erreger nachgewiesen, der sich nur mit Reserve-Medikamenten behandeln lässt.

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Besonders hartnäckige Variante

Multiresistente Keime treten in Krankenhäusern immer wieder auf - im akuten Fall in Vorpommern-Greifswald geht es offenbar um eine besonders hartnäckige Variante. Der Keim sei bisher in Vorpommern nicht aufgetreten, hieß es. Die Häufung sei ebenfalls ungewöhnlich. Die üblichen Antibiotika seien gegen diese Erreger unwirksam, so das Landesamt für Gesundheit und Soziales. Allerdings habe sich die Behandlung mit einem sogenannten Reserve-Medikament als wirksam erwiesen. Reserve-Medikamente sind selten eingesetzte Notfall-Antibiotika, die für die Fälle extremer Resistenzen vorgesehen sind. In der Regel haben sie starke Nebenwirkungen.

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Den Angaben zufolge sind zusätzliche Maßnahmen ergriffen worden, um eine Weiterverbreitung zu verhindern. Die betroffenen Patienten seien isoliert. Es gab sechs Infektionen, bei acht Patienten habe der Darm-Erreger zunächst nicht zu Komplikationen geführt. Er sei - wie in Karlsburg - bei der Aufnahme durch routinemäßige Proben festgestellt worden.

Behörden und Krankenhäuser arbeiten eng zusammen

Nach Angaben des Landesamtes stehen die Krankenhäuser in engem Kontakt. Beteiligt sind auch die Gesundheitsbehörden von Land und Bund - unter anderem das Robert-Koch-Institut in Berlin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 24.09.2019 | 15:00 Uhr

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