Stand: 15.05.2020 17:20 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Mit der fast leeren Fähre von Rostock nach Dänemark

von Martin Möller, NDR Nordmagazin

Fähre ohne Passagiere von Rostock nach Gedser © NDR Foto: Martin Möller
Auf der Fähre nach Dänemark ist derzeit nicht viel los.

Alle zwei Stunden legt eine Scandlines-Fähre von Rostock nach Gedser in Dänemark ab. An Bord meist ein paar Dutzend Lkw und nur eine Handvoll Autos. Die Shops sind geschlossen, die Passagierdecks verwaist. Mit jedem Tag wachsen die Verluste der dänisch-deutschen Reederei. Die Fähren verbinden mit Rostock und Guldborgsund außerdem zwei Kommunen, die Städtepartner sind und einen engen Austausch pflegen.

Einreise nur mit triftigem Grund

Wer in Gedser ankommt, muss entweder nachweisen, dass er weiter nach Schweden fährt oder einen sogenannten triftigen Grund für die Einreise hat. Dazu zählen ein fester Lebenspartner, die Beerdigung eines Angehörigen oder ein fester Arbeitsplatz im Königreich. Bereits Tausende Deutsche mussten deshalb zähneknirschend ihren Urlaub in Dänemark absagen - meistens in letzter Minute, weil sie auf eine Öffnung der Grenze hofften. Vergeblich.

Kitas und Schulen wieder offen, aber Grenzen geschlossen

Ein doppeltes Dilemma. Auf der anderen Seite sind die dänischen Vermieter, die ihre Häuser auch nicht an ihre Landsleute vermieten können. Auch für Segler sind dänische Häfen weiter gesperrt. Während in Dänemark das öffentliche Leben langsam wieder anläuft, Kitas, Schulen und sogar Freizeitparks öffnen dürfen, hält die sozialdemokratische Regierung die Grenze weiter geschlossen. Scandlines-Chef Søren Poulsgaard Jensen wird immer ungeduldiger. Er fordert, dass die Grenzöffnung von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen wenigstens öffentlich diskutiert wird. Schließlich sei das Corona-Infektionsgeschehen in beiden Ländern gleich niedrig.

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Rostocks OB: Zeit, dass Menschen wieder zueinander finden

Auch die deutsch-dänische Handelskammer und die liberale Opposition im Kopenhagener Folketing fordern einen konkreten Zeitplan. Aber den mag Mette Frederiksen bislang nicht liefern. Ihr Kommentar: Die Zeit für offene Grenzen sei noch nicht reif. Das sieht der Rostocker Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen anders. "Nachdem beide Seite erfolgreich das Coronavirus eingedämmt haben, ist es nun Zeit, dass die Menschen wieder zueinander finden können. Wir vermissen unsere Freunde in Skandinavien, besonders die von unserer Partnergemeinde", sagte Madsen, der gebürtige Däne, dem NDR.

Hoffnung für Sommerhaus-Touristen

Der Druck auf die dänische Regierung wächst. In einer TV-Debatte am Donnerstagabend machte Mette Frederiksen etwas Hoffnung. Möglicherweise können Sommerhaus-Touristen bald wieder ins Königreich einreisen. Ein Buchungsbeleg würde dann zu den triftigen Einreisegründen zählen. Wann genau, das wird frühestens am kommenden Mittwoch verkündet. Aber selbst wenn: Richtig offen ist die Grenze dann noch lange nicht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 15.05.2020 | 19:30 Uhr

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