Warnemünde: Laufkatzen hängen am Bockkran der MV Werft in Rostock-Warnemünde. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner/dpa

MV-Werften: Insolvenz vorerst abgewendet

Stand: 01.01.2021 12:05 Uhr

Die MV-Werften mit Standorten in Wismar, Rostock und Stralsund sind nach Informationen von NDR 1 Radio MV und dem Nordmagazin vorerst gerettet: Mit 53 Millionen Euro wird die Werftengruppe vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt, wie das Wirtschaftsministerium in Mecklenburg-Vorpommern bestätigte.

Die Verhandlungen von Land, Bund und Mutterkonzern Genting dauerten zwei Wochen und waren zäh. Jetzt ist klar: 53 Millionen Euro aus dem sogenannten Projektkonto für das Kreuzfahrtschiff "Global One" werden frühzeitig freigegeben. Nach Angaben von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) können die beiden Schiffe "Global One" und "Crystal Endeavour" bis März weitergebaut und vor allem die Zulieferer bezahlt werden.

Insolvenz vorerst abgewendet

57 Millionen Euro waren auf dem Projektkonto vom Mutterkonzern Genting und Banken bereitgestellt worden, verbürgt von Land und Bund. Allerdings sollten sie nur schrittweise für die "Global One" verwendet werden - je nach Fertigstellung verschiedener Bauabschnitte. Der Landtag Mecklenburg-Vorpommerns hatte der Öffnung des Projektkontos vor zwei Wochen zugestimmt. Was bisher noch fehlte, war die Zustimmung des anderen Bürgen, des Bundes. Diese ist nun erfolgt.

Hoffen auf den staatlichen Corona-Rettungsschirm

Im Oktober hatte die Werftengruppe bereits einen Kreditvorschuss über 193 Millionen Euro vom Bund bewilligt bekommen. Die von der im Zuge der Corona-Pandemie ausgelösten Kreuzfahrtschiffbau-Krise stark betroffenen MV-Werften sollen weiter unter den Corona-Rettungsschirm. Dabei geht es um rund 400 weitere Millionen Euro Staatshilfen, für deren Gewährung allerdings noch Gutachten über die Zukunftsaussichten des asiatischen Mutterkonzerns Genting fehlen.

Großteil der Belegschaft in Kurzarbeit

Genting hatte 2016 die Werften in Mecklenburg-Vorpommern übernommen, um dort Kreuzfahrtschiffe für eigene Reedereien bauen zu lassen. Dann kam die Corona-Pandemie. An den Schiffbauprojekten will der Konzern festhalten. Der Großteil der Werftarbeiter in Wismar, Rostock und Stralsund ist seit Monaten in Kurzarbeit. Daniel Friedrich, Bezirksleiter IG Metall Küste, sagte: "Wir sind erst einmal erleichtert, dass es nach dem Jahreswechsel weitergeht. Wir brauchen jetzt ein Zukunftskonzept, das für alle Standorte Perspektiven aufzeigt und langfristig Beschäftigung sichert. Dafür muss das Unternehmen gemeinsam mit allen Beteiligten die nun gewonnene Zeit nutzen."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 31.12.2020 | 16:00 Uhr

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