Lubmin: Demonstranten fordern Öffnung von Nord Stream 2

Stand: 26.09.2022 06:33 Uhr

In Lubmin bei Greifswald haben sich am Sonntagnachmittag nach Polizeiangaben 3.500 Menschen versammelt, um gegen die Energiepolitik der Bundesregierung, für die Öffnung der Ostseepipeline Nord Stream 2 sowie ein Ende der Russland-Sanktionen zu demonstrieren.

Die Demonstranten hatten ihren Protest unter das Motto: "Damit unsere Heimat eine Zukunft hat - Nord Stream 2 endlich öffnen" gestellt. In Lubmin befindet sich die Anlandestation von Nord Stream 2 auf deutscher Seite. Angemeldet war die Demonstration für 5.000 Teilnehmer. Auch die Aufhebung der in Folge der russischen Invasion in der Ukraine beschlossenen Sanktionen gegen Russland gehört zu den Forderungen. Von einer Inbetriebnahme der Pipeline erhoffen sich die Demonstranten, dass wieder günstiges russisches Gas nach Deutschland fließt. So könne man die Energiepreise bezahlbar machen. Die Bundesregierung hatte eine Öffnung der Pipeline aber bereits mehrfach ausgeschlossen.

Aktivisten mit Ukraine-Flaggen stellen sich vor Bühne auf

Lubmin: Aktivistinnen aus der Ukraine protestieren mit ihren Plakaten gegen die Öffnung der deutsch-russischen Gaspipeline Nord Stream 2. © Stefan Sauer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Stefan Sauer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Diese Aktivistinnen wurden unter lauten Rufen aus dem Publikum von der Bühne weggedrängt.

Redner untermauerten die Forderungen - darunter auch der Rücktritt der Bundesregierung - in ihren Beiträgen. Es wurden zahlreiche Russland-Fahnen geschwenkt. Viele Teilnehmer hielten Schilder mit der Parole "Wir sind das Volk". Auf anderen Plakaten standen Aussagen wie: "Unsere Regierung muss weg", "Ampel ausmachen" und "Rot-Gelb-Grün an die Ostfront". Die Kundgebung verlief laut Polizei relativ friedlich. Als sich vier Personen mit Ukraine-Flaggen und Schildern mit der Aufschrift "Russia Is A Terrorist State" vor der Bühne aufstellten, wurde es handgreiflich. Die Pro-Ukraine-Aktivistinnen wurden - begleitet von lautem Schreien und Getrommel - zurückgedrängt. Danach entspannte sich die Atmosphäre wieder. Nach Angaben der Initiative gegen Rechtsextremismus "Endstation Rechts" war unter den Rednern auch Andreas Kalbitz, der wegen seiner rechtsextremen Vergangenheit aus der AfD ausgeschlossen worden war.

Demo-Aufruf von "Die Basis"-Parteimitglied

In Lubmin fordern einige Demonstranten "Rot-Gelb-Grün an die Ostfront" © Lars Kohstall Foto: Lars Kohstall
Auf einigen Plakaten waren äußerst radikale Parolen zu lesen.

Zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei waren vor Ort. Organisator der Kundgebung war Martin Klein, Mitglied der Partei "Die Basis". Diese entstand 2020 aus den damaligen Corona-Protesten und setzt sich inzwischen für Friedensgespräche mit Russland ein. An einer ähnlich motivierten Demonstration Anfang des Monats hatten sich rund 1.800 Teilnehmer in Lubmin eingefunden. Seinerzeit waren auch viele Russland-Fahnen geschwenkt und Transparente mit radikalen Forderungen wie "Rot-Gelb-Grün an die Ostfront" gezeigt worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 25.09.2022 | 20:00 Uhr

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