In Gartz (Landkreis Uckermark) errichteten Feuerwehrleute eine Ölsperre, damit die toten Fische nichb weiter flussabwärts treiben können. © dpa-Bildfunk Foto: Patrick Pleul

Liveticker: Wasserproben aus Stettiner Haff bislang unauffällig (16. August)

Stand: 16.08.2022 18:52 Uhr

Tausende tote Fische treiben seit Tagen in der Oder. In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Polen wird weiterhin über die Ursache der Umweltkatastrophe gerätselt. In diesem Liveticker finden Sie alle aktuellen Meldungen.

Im deutschen Teil des Stettiner Haffs weisen Indikatoren für die Wasserqualität bislang keine Auffälligkeiten auf. Das gelte für Routineparameter wie Sauerstoffgehalt und Leitfähigkeit, teilte Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Dienstagabend mit. Die Ergebnisse der Untersuchungen auf Schwermetalle sowie eine breite Palette organischer Schadstoffe erwartet Backhaus in den nächsten Tagen. Da nicht bekannt sei, wodurch die Umweltkatastrophe in der Oder ausgelöst wurde, "suchen die Experten nach einer unbekannten Substanz und das ist die sprichwörtliche Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen", so Backhaus. Es könne passieren, dass die Schadstoffbelastung aufgrund von Verdünnungseffekten nicht mehr im Bereich der Nachweisbarkeit liegt. Bislang wurden laut Backhaus im deutschen Teil des Stettiner Haffs keine toten Fische gesichtet. Es werde alles darangesetzt, dass auch kein toter Fisch aus der Oder im Stettiner Haff ankommt. Derzeit stehe die Welle mit Fischkadavern offenbar noch vor Stettin. 


17:14 Uhr - Brüssel

EU bietet Behörden in Deutschland und Polen Hilfe an

Die EU-Kommission hat den Behörden in Deutschland und Polen bei den Untersuchungen Unterstützung angeboten. "Wir sind bereit, mit allen Mitteln zu helfen bezüglich Expertise und Informationsaustausch mit anderen Ländern, um Antworten und Lösungen zu finden", so eine Kommissionssprecherin am Dienstag in Brüssel. Man sei mit den Behörden beider Länder in Kontakt. Am Nachmittag sprach Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius mit Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne). Man müsse Verschmutzungen so früh wie möglich und auch besser erkennen und koordiniert auf länderübergreifende Fälle reagieren, schrieb er danach auf Twitter.


16:24 Uhr - Oder

Langwierige Ursachensuche - das sind die Gründe

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Polen, Krajnik Dolny: Ein Polizeiboot fährt auf der Oder. Seit mehreren Tagen beschäftigt das massive Fischsterben im Fluss Oder die Behörden und Anwohner des Flusses in Deutschland und Polen. ©  Marcin Bielecki/PAP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto:  Marcin Bielecki/PAP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Fischsterben: Warum die Ursachensuche so langwierig ist

Immer noch ist unklar, was das Fischsterben in der Oder ausgelöst hat. Warum ist die Suche nach der Ursache so kompliziert und langwierig? (tagesschau.de) extern


15:47 Uhr - Polen

Fast 100 Tonnen tote Fische aus polnischen Flüssen geborgen

In Polen sind nach Angaben der Feuerwehr-Hauptverwaltung bislang 97,95 Tonnen toter Fische aus der Oder und dem kleineren Fluss Ner geborgen worden. Der Großteil entfalle dabei auf die verendeten Fische aus der Oder. Der Ner ist ein kleiner Fluss, der südlich von Lodz entspringt und in die Warthe mündet. Er hat keine Verbindung zur Oder. Die Ursache für das Fischsterben dort ist unbekannt - ebenso wie für die Naturkatastrophe in der Oder. Auch in Brandenburg sammelten Helfer die Fischkadaver an der Oder ein. Die verendeten Tiere werden in speziellen Verbrennungsanlagen vernichtet. Über die in Deutschland eingesammelten Mengen gibt es noch keine Angaben. Auch südlich der Hafenstadt Stettin sind mittlerweile laut polnischen Behörden in Kanälen, die mit der Oder verbunden sind, tote Fische gefunden worden. Dies bedeute, dass sich die verseuchten Wassermassen auf Stettin zubewegten, sagte der Chef der Gebietsadministration für die Woiwodschaft Westpommern, Zbigniew Bogucki, am Dienstag.

Die Oder: Der Fluss in Zahlen und Fakten

  • Länge: 866 Kilometer bis Szczecin (Stettin)
  • Quelle: Bei Kozlov in Tschechien
  • Mündung: Swinemünde am Stettiner Haff sowie um Usedom und Wolin
  • Verlauf: Tschechien, Polen, deutsch-polnisches Grenzgebiet
  • Grenzfluss zwischen Deutschland und Polen: 179 Kilometer (verteilt auf Oder und Westoder)
  • Schiffbare Kilometer: 717 Kilometer
Weitere Informationen: Dossier "Die Oder" auf planet-wissen.de vom Westdeutschen Rundfunk


15:28 Uhr - Altwarp

Kutterkapitän: "Jetzt läuft die Saison gerade richtig gut - und nun kommt so eine Hiobsbotschaft"

Am Stettiner Haff blicken Tourismusbetriebe mit Sorge auf das Fischsterben in der Oder und die Auswirkungen. Der Altwarper Kapitän Martin Bocklage, der mit seinem Kutter "Lütt Matten" Ausflugsfahrten für Touristen auf dem Stettiner Haff anbietet, sagte bei NDR MV Live, die Saison sei wegen des Ukraine-Kriegs und der Inflation schleppend angelaufen. "Jetzt läuft die Saison gerade richtig gut - und nun kommt so eine Hiobsbotschaft, dass hier Baden nicht mehr empfohlen ist und Fische sterben", so Bocklage. Davon sei aber noch nichts zu merken - "außer dass die Touristen verschreckt sind oder sich verschrecken lassen". Manche hätten ihren Urlaub vorzeitig abgebrochen. "Das merken wir heute ganz extrem. Das ist der dritte Tag in Folge, wo hier regelmäßig Nachrichtensender vor Ort stehen und Leute befragen. Nun merkt man langsam: Es hat Wirkung."


15:21 Uhr - Altwarp

Fischsterben bereitet Betrieben am Haff Sorge: "Touristen sind verschreckt"

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NDR MV Live Reporterin Heike Becker im Gespräch mit Fischer Sebastian Juhlke. © NDR Foto: Screenshot

Fischsterben bereitet Betrieben am Haff Sorge: "Touristen sind verschreckt"

Von Stornierungen ist dem Landestourismusverband nichts bekannt. Doch Betriebe am Stettiner Haff berichten von ersten Touristen, die vorzeitig abgereist sind. mehr


14:36 Uhr

Fischsterben in der Oder: Fieberhafte Suche nach den Gründen


13:46 Uhr

Kein Angeln oder Baden im Stettiner Haff

Mit Sorge blickt die Tourismusbranche vor allem in der Haff-Region im Osten von Mecklenburg-Vorpommern auf das Fischsterben in der Oder. "Es ist eben noch eine Situation, in der sehr vieles unklar ist", sagte der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf, der Deutschen Presse-Agentur. Die Betriebe seien mit Fragen von Gästen konfrontiert. Deshalb sei es wichtig, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer schnell Informationen erhielten, sobald diese vorlägen.

"Es ist aber nicht so, dass man jetzt eine Welle von Abreisen hat oder eine Welle von Stornierungen", sagte Woitendorf. "Die Befürchtung, dass sich das natürlich ändern kann, gerade mit Blick auf die Anreise dann, ist natürlich schon da." Für den Moment gelte es, vorsichtig zu sein und abzuwarten, wie sich die Lage entwickle. Die Landesregierung von MV rät derzeit vom Baden, Fischen und Angeln im Stettiner Haff ab. Dabei handelt es sich laut Schweriner Gesundheitsministerium um eine Vorsichtsmaßnahme.


12:53 Uhr

Ölsperren sollen tote Fische stoppen

Am polnischen Oderufer sind aktuell nach Angaben der polnischen Landesfeuerwehr insgesamt 870 Meter an sogenannten Dämmen ausgelegt. Weitere 700 Meter sollen folgen.


11:51 Uhr

Situation in Westpommern am Stettiner Haff

Die Situation ist nach Angaben einer polnischen Reporterin besonders im Süden des Stettiner Haffs angespannt. Seit dem 12. August gibt es ein Badeverbot an den Badestellen in Stepnica, Trzebiez und Czarnocin. Das betrifft also die nördliche Oder, dort wo sie in das Haff fließt. Vorerst gilt das Badeverbot bis zum 18. August, was danach passiert, entscheidet der der Chef der Gebietsadministration für die Woiwodschaft Westpommern Zbigniew Bogucki.

Inzwischen sind nicht nur die Feuerwehren im Einsatz, sondern auch polnische Soldaten. In Widuchowa in der Nähe von Gartz fahren Eisbrecher, die große Wellen verursachen sollen, damit die Fische leicht angehoben werden vom Wasser und ans Ufer gespült werden können.

In Polen wird unterdessen diskutiert, ob der Kohleabbau mit der Vergiftung der Oder im Zusammenhang steht. Die polnische Klimaministerin Anna Moskwa gab via Twitter bekannt, dass Proben inzwischen auch in Tschechien und in Großbritannien untersucht werden.


11:00 Uhr

Gründe für das Fischsterben weiter unklar

Schwedt: Tote Fische haben sich an einer Sperre, die von der Feuerwehr verlegt wurde, im deutsch-polnischen Grenzfluss Westoder, nahe dem Abzweig vom Hauptfluss Oder, auf der Wasseroberfläche gesammelt. ©  Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto:  Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
In Schwedt, im deutsch-polnischen Grenzfluss Westoder, hat die Feuerwehr eine Sperre für die toten Fische gelegt.

Sehr wahrscheinlich ist, dass eine große Menge Chemikalien in die Oder gelangt ist. Davon gehen sowohl der BUND als auch der polnische Ministerpräsident aus. Um was genau es sich handelt, das versucht eine "Task Force" der polnischen und deutschen Behörden herauszufinden. Die Fachleute testen das Wasser auf 300 Schadstoffe, eventuell liegen noch heute Ergebnisse vor. Bisher wurde Quecksilber als Verursacher von den polnischen Behörden ausgeschlossen.

Ein weiterer Faktor sind die Dürre und der niedrige Wasserstand der Oder. Denn weniger Wasser bedeutet eine höhere Konzentration an Giftstoffen. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald wurden bisher noch keine toten Fische gesichtet. Veterinär- und Ordnungsamt sind allerdings in Bereitschaft und entnehmen regelmäßig Wasserproben, um notfalls rechtzeitig zu reagieren.


07:30 Uhr - Gartz, Nordbrandenburg

Entsorgung der Fische beginnt

An der Ölsperre bei Gartz (Landkreis Uckermark), die letzte vor dem Stettiner Haff, sollen heute die toten Fische entsorgt werden. Freiwillige Helfer keschern die Fische aus dem Wasser. Anschließend werden die Fische in Containern abtransportiert und in der Nähe des brandenburgischen Schwedt verbrannt. Auch in den umliegenden Dörfern soll die Entsorgung in den nächsten Tagen nach dem gleichen Prinzip ablaufen.


06:45 Uhr - Ueckermünde

Gewässerwart aus Ueckermünde zeigt sich besorgt

Olaf Tott ist Gewässerwart beim regionalen Angelverein Ueckermünde. In der Stefan Kuna Show bei NDR 1 radio MV zeigt er sich sehr besorgt über die aktuelle und bedrohliche Lage.


04:58 Uhr - Schwerin

Drese: "Die Situation ist sehr beunruhigend"

Landesgesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) hat am Montagabend in Schwerin nochmals vor dem Baden im Stettiner Haff gewarnt. Konkret betroffen seien bislang sieben Badestellen am Stettiner Haff, in das die Oder nördlich von Stettin mündet, sowie eine am Neuwarper See, einem Nebengewässer des Haffs. Die Badewasserqualität werde fortlaufend untersucht. Für die Prüfung auf chemische Verunreinigungen sei dabei das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie zuständig. "Die Situation ist sehr beunruhigend", erklärte Drese.

 

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In Gartz (Landkreis Uckermark) errichteten Feuerwehrleute eine Ölsperre, damit die toten Fische nichb weiter flussabwärts treiben können. © dpa-Bildfunk Foto: Patrick Pleul

Liveticker: Fischsterben in der Oder

Das Fischsterben in der Oder - in diesem Live-Blog fassen wir die aktuellen Entwicklungen zusammen. mehr

Schwedt: Tote Fische haben sich an einer Sperre, die von der Feuerwehr verlegt wurde, im deutsch-polnischen Grenzfluss Westoder, nahe dem Abzweig vom Hauptfluss Oder, auf der Wasseroberfläche gesammelt. ©  Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto:  Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Fischsterben: Rund 100 Tonnen Fisch verendet (15. August)

Die Umweltkatastrophe in der Oder hat Mecklenburg-Vorpommern bislang nicht erreicht. Alle aktuellen Entwicklungen zum Fischsterben werden im Live-Blog zusammengefasst. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 16.08.2022 | 18:52 Uhr

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