Stühle und Tische stehen in einem Klassenraum mit Abstand nebeneinander. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Foto:  Klaus-Dietmar Gabbert

Linke beklagt zunehmende Gewalt an Schulen

Stand: 07.07.2021 05:58 Uhr

Obwohl sich Schüler seit mehr als einem Jahr wegen der Pandemie seltener in den Schulen getroffen haben, verzeichnen die Behörden dort eine wachsende Zahl von Gewaltdelikten.

156 Körperverletzungen und 65 Androhungen von Gewalt in einem Halbjahr - die Gewaltbereitsschaft an den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern ist gestiegen. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion hervor.

Mehr Vorfälle trotz geringerer Präsenz

Insgesamt sind im ersten Halbjahr 2020/21 landesweit 248 Gewaltdelikte erfasst worden. Das sind etwa 70 Prozent der Fälle des gesamten Vorjahres - obwohl sich die Schüler wegen der Pandemie seltener in den Schulen getroffen haben. Linksfraktionschefin Simone Oldenburg sagte, besorgniserregend sei besonders der Anstieg der Vorfälle, die sich gegen das eigene Leben oder das Leben anderer richteten. Davon habe es in einem Halbjahr bereits mehr Fälle als im gesamten Vorjahr gegeben.

Linke fordert mehr psychologische und soziale Hilfen

"Diese Gewaltausbrüche sind offenbar Folge der großen psychischen Belastungen und Versagensängste bei vielen Schülerinnen und Schülern aufgrund der äußerst schwierigen Lernbedingungen der zurückliegenden Schuljahre", sagte Oldenburg. Die Oppositionspolitikerin forderte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) auf, neben Lernförderung auch eine intensive psychologische und soziale Betreuung anzubieten. "Die in Aussicht gestellten Maßnahmen des Bildungsministeriums reichen hierfür bei weitem nicht aus", so Oldenburg.

Geforderte Strukturen laut Ministerium bereits vorhanden

Ein Sprecher des Bildungsministeriums verwies auf die Schulpsychologen in den staatlichen Schulämtern und auf die mobilen psychologischen Teams, die bei akuten Problemen eingesetzt werden könnten. Das Land baue zudem die Arbeit des Zentralen Fachbereichs für Diagnostik und Schulpsychologie deutlich aus und nutze dafür Mittel aus dem 200-Millionen-Euro-Paket für die Schulen. Im Vorjahr seien 36 neue Stellen im Bereich Schulpsychologie eingerichtet worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.07.2021 | 06:00 Uhr

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