Klima-Stiftung verteidigt Engagement für Nord Stream 2

Stand: 05.05.2021 12:39 Uhr

Die von der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns initiierte Stiftung Klima- und Umweltschutz hat ihr Engagement für den Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 erneut verteidigt.

Der Vorsitzende der Stiftung Klima- und Umweltschutz MV, Erwin Sellering, hat das Engagement der Organisation für den Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2, als Beitrag zum Klimaschutz verteidigt. Die Rohrleitung durch die Ostsee sei notwendig, um preiswertes Erdgas nach Deutschland zu leiten. Erdgas sei weiterhin als "Brückentechnologie" notwendig, bis ausreichend Energie aus klimaschonenden Quellen zur Verfügung steht, so Sellering. Der SPD-Politiker war bis 2017 Ministerpräsident Mecklenburg-Vorpommerns. Ein günstiger Preis sei wichtig, damit die Energiewende auch von der Bevölkerung akzeptiert werde. Neben ihren Hauptaufgaben darf die im Januar gegründete Stiftung laut ihrer Satzung Firmen unterstützten, die Sanktionen der USA riskieren, wenn sie am Bau der Pipeline mitarbeiten. Wie die Stiftung mit diesen Firmen zusammenarbeitet, wollte Sellering nicht sagen.

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Kinderbuch und Klimaschutz-Schatzkiste

Sellering definierte mehrere Hauptaufgaben der Stiftung. Sie wolle Öffentlichkeitsarbeit für den Klimaschutz betreiben und moderieren, wenn Klima- und Umweltschutzprojekte vor Ort umstritten sein sollten. Fördern will die Stiftung auch Schulen und Kitas, die Klimaschutz vermitteln. Denkbar seien Lehrmaterialien, ein Kinderbuch oder auch eine Klimaschutz-Schatzkiste für den Unterricht.  Weiterhin will die Klimastiftung Projekte fördern, aber nur, wenn sie sich unternehmerisch nicht selbst rechnen und sie nicht anderweitig vom Staat ausreichend gefördert werden. Ein solcher Bereich könnte die klimaschonende Umrüstung der Motoren von Fähren und Ausflugsschiffen sein. Welche Projekte gefördert werden, sei aber noch vollkommen offen.

Eine Million Euro für Projekte

Der Stiftungsvorsitzende hofft, jährlich eine Million Euro für Projekte vergeben zu können. Derzeit basieren die Finanzen der Stiftung auf zehn Millionen Euro vom Nord-Stream-Konsortium. Über weitere zehn Millionen Euro laufen Gespräche mit dem Pipeline-Unternehmen, so Sellering. Weiterhin gehe es dabei um weitere 40 Millionen Euro, die über 20 Jahre hinweg als sogenannte Zustiftungen eingehen könnten. Die Anschubfinanzierung von 200.000 Euro hatte die Landesregierung auf das Stiftungskonto gezahlt. Stiftungen finanzieren ihre Arbeit in der Regel aus den Zinsen, die sie mit ihrem angelegten Stiftungsvermögen erzielen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 05.05.2021 | 12:00 Uhr

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