Stand: 09.07.2020 06:09 Uhr

Kinderpornografie: Enormer Anstieg bei Ermittlungsverfahren

Im Vordergrund sieht man einen Teddybär, im Hintergrund die Silhuette eines Kindes. © ndr.de Foto: ndr.de
Rostocker Ermittler haben in den vergangenen Wochen Hunderte Beweismittel mit Bezug zu Kinderpornografie sichergestellt. (Symbolbild)

Die Rostocker Staatsanwaltschaft erhöht den Fahndungsdruck auf Straftäter im Bereich Kinderpornografie. Im Raum Rostock sind innerhalb von zwei Wochen 18 Wohnungsdurchsuchungen wegen des Verdachts des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischen Materials erfolgt. Dabei stellten Kriminalbeamte und Staatsanwälte, unterstützt von Einheiten der Bereitschaftspolizei, fast 400 Beweismittel sicher - darunter Speichermedien mit einer Kapazität von 26 Terabyte.

VIDEO: Immer mehr Ermittlungen wegen Kinderpornografie (3 Min)

Zahl der Ermittlungsverfahren stark angestiegen

Darauf können riesige Datenmengen gespeichert werden - pro Terabyte bis zu einer Milliarde Bilder. Dem Sprecher der Rostocker Staatsanwaltschaft, Harald Nowack, zufolge ist die Zahl der Verdachtsfälle und der damit verbundenen Ermittlungsverfahren zuletzt enorm angestiegen. Allein von Januar bis Anfang Juli habe es so viele Fälle gegeben wie im gesamten Jahr 2017.

Mehr Meldungen aus den USA

Schon jetzt sei klar, dass auch die Vorjahreszahlen mehr als deutlich übertroffen werden. Das liege zum Einen daran, dass immer mehr Auffälligkeiten aus dem Bereich Kinderpornografie von Internetanbietern aus den USA auch nach Deutschland gemeldet werden. Außerdem steige der Ermittlungsdruck bundesweit, so Staatsanwalt Nowack.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.07.2020 | 06:00 Uhr

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