Stand: 10.03.2020 15:11 Uhr

Kinderklinik Demmin kooperiert mit Uniklinik

Ein Junge wird von einer Kinderärztin untersucht. © picture alliance/BSIP
In Demmin sollen in Zusammenarbeit mit der Uniklinik Greifswald Kinder- und Jugendärzte ausgebildet werden. (Themenbild)

In der Kinderklinik Demmin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) werden künftig Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin ausgebildet. Die Universitätsmedizin Greifswald und das Kreiskrankenhaus Demmin haben am Dienstag eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

Dahlemann hofft auf langfristige Bindung der Ärzte

Die Kooperationsvereinbarung gilt den Angaben zufolge ab dem 1. April. Dann soll immer mindestens ein Assistenzarzt oder eine -ärztin aus Greifswald für einen Zeitraum zwischen sechs und zwölf Monaten in Demmin ausgebildet werden. Dies sei "ein wichtiger Schritt zur Stärkung der kindermedizinischen Versorgung und ein wahnsinnig gutes Angebot für die Menschen in der Region", erklärte der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann (SPD). Vielleicht gelinge es, junge Ärztinnen und Ärzte langfristig an Vorpommern zu binden, so Dahlemann weiter.

Mehr Praxiserfahrung für Assistenzärzte

Auch für die Universitätsmedizin in Greifswald hat die Zusammenarbeit Vorteile: Sie ermöglicht Frauen und Männern in der Facharztausbildung mehr Praxiseinsätze. Die auszubildenden Ärzte könnten in Demmin ganz andere Krankheitsbilder und Behandlungsformen kennenlernen als in Greifswald, sagte der Geschäftsführer des Demminer Krankenhauses, Kai Firneisen.

Zwei Interessenten für Chefarztposten

Das akute Problem der Besetzung des Chefarztpostens in der Kinderklinik Demmin könnte ebenfalls bald gelöst sein, so Firneisen. Er sei mit zwei Interessenten im Gespräch, sagte er NDR 1 Radio MV. Voraussichtlich zum 1. Juli soll ein neuer Chefarzt vorgestellt werden. Nach dem Weggang des derzeitigen Chefarztes übernehmen zunächst Honorarärzte die Leitung der Klinik.

Jährlich über 3.000 Patienten

In der Kinderklinik Demmin werden nach Angaben des Krankenhauses jedes Jahr etwa 1.100 Patienten stationär und 2.000 Patienten ambulant behandelt. Sollte sie geschlossen werden, wäre nach Einschätzung von Experten langfristig auch die Geburtenklinik des Krankenhauses in Gefahr. Rund 30 Prozent der 500 Babys, die dort jedes Jahr geboren werden, sind Frühchen, heißt es. Ohne Kinderklinik könnte ihre medizinische Versorgung nicht sichergestellt werden, weshalb betroffene Mütter möglicherweise in andere Geburtskliniken ausweichen. Dadurch würde der Demminer Geburtsklinik die notwendige Zahl an Patienten fehlen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 10.03.2020 | 15:00 Uhr

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