Keine Bar mehr am Strand von Warnemünde

Stand: 30.03.2021 06:09 Uhr

Die "Strandoase" in Warnemünde wird es in der bisherigen Form nicht mehr geben. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt hat den Aufbau untersagt. Das Ministerium verteidigt die Entscheidung.

Der Vorwurf: das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) behindere die Wirtschaft am Strand von Warnemünde. Dort nämlich war die "Strandoase" seit Jahren ein beliebter Treffpunkt für Touristen und Einheimische, eine lauschige Bar direkt am Strand, mit Ausschank und Strandkorbvermietung. Auch in diesem Jahr sollte das so sein, doch der Aufbau musste gestoppt werden, hatte das Stalu entschieden.

Geduldet aber nicht genehmigt

«Das ist absurd», erklärte der zuständige Minister Till Backhaus (SPD) am Montag zu den Vorwürfen. Zum Hintergrund: In den vergangenen Jahren war der Betrieb des gastromischen Hotspots geduldet worden, in diesem Jahr aber griff das Amt durch. Der Grund: die Strandbar braucht auch in der bisherigen Form eine Baugenehmigung. Für diese Genehmigung sei die Stadt Rostock zuständig, die aber könne nicht tätig werden, weil es für das Areal keinen Bebauungsplan gibt, der eine Bar in dieser Größe zulässt. Das Verbot der zuletzt 300 Quadratmeter großen Strandbar hatte das Amt unter anderem mit dem Küstenschutz begründet - außerdem sei die Bar im Falle eines Hochwassers besonders bedroht.

Betreiber: Zeitpunkt ungünstig

Das Material für den Aufbau der Strandoase stapelt sich bereits auf dem Strand von Warnemünde, die Platten, auf denen die Bar errichtet werden sollte, liegen durchnummeriert bereit. Betreiber Matthias Treichel äußerte dennoch Verständnis für die Entscheidung des Stalu. Das Amt handle nach Recht und Gesetz. Den Zeitpunkt finde er allerdings unglücklich. Die Stadt Rostock hätte die rechtliche Grundlage schaffen können, habe das aber versäumt.

Hotspot am Strand

Rund 300 Quadratmeter war die Strandoase zuletzt groß - seit 2008 gibt es sie, erst etwas kleiner, später dann in dieser Form. Zusätzlich zur Gastronomie vermietet Betreiber Treichel Strandkörbe, bis zu 300 sind es. "Glück im Unglück" sei, so Treichel, dass er vermutlich wegen der Pandemie ohnehin nicht hätte öffnen dürfen. Er hofft nun, sobald das prinzipiell wieder möglich ist, Menschen in anderer Form am Strand bewirten zu können.

 

VIDEO: Aus für die Strandoase in Warnemünde? (3 Min)

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