Stand: 01.06.2018 05:52 Uhr

Heringsfischer entsetzt: Fangstopp für 2019?

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Die familiengeführten Heringsfischereien würden eine einjährige Pause finanziell nicht überstehen, so der Verband der Kutter- und Küstenfischer.

Auf die Heringsfischer an der westlichen Ostseeküste könnte im kommenden Jahr ein komplettes Fangverbot für ihren Brotfisch zukommen. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) hat empfohlen, 2019 die Heringsfischerei vor der westlichen Ostseeküste ganz auszusetzen.

Bestand unverändert, Maßstab neu

Der Heringsbestand in der westlichen Ostsee habe sich nicht verändert, sagt der Chef des Instituts für Ostseefischerei und Ratsmitglied Christopher Zimmermann. Aber nach einem strengeren Bewertungsmaßstab fehlen jetzt rechnerisch Elterntiere, die in den nächsten Jahren für Nachwuchs sorgen müssten.

Ein Fischer, die Fische aus dem Wasser fischt.

Komplettes Fangverbot? Heringsfischer entsetzt

Nordmagazin -

Wegen fehlendem Nachwuchs bei den Heringen empfiehlt der Rat für Meeresforschung, den Fang in der westlichen Ostsee 2019 komplett auszusetzen - das wäre für viele Fischer das Aus.

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Fischer zeigen sich entsetzt

Die Heringsfischer sind entsetzt. Seit 2011 sei der Heringsbestand kontinuierlich gewachsen, sagte ein Sprecher vom deutschen Verband der Kutter- und Küstenfischer. Die Familienbetriebe der Heringsfischer würden eine einjährige Fangpause nicht überstehen. Für den Dorschfang in größerem Umfang seien ihre kleinen Boote nicht geeignet. Nach Aussage des Landesvorsitzenden Günther Grothe wären rund fünf Millionen Euro nötig, um den Heringsausfall auszugleichen.

Backhaus auf Seite von Fischern

Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) lehnt die Empfehlung ebenfalls ab: "Für die wenigen verbliebenen Fischereibetriebe in Mecklenburg-Vorpommern wäre ein Fangverbot ihres Brotfisches das Aus." Er setze sich dafür ein, verlässliche Rahmenbedingungen für die Fischereibetriebe zu schaffen." Dazu bedarf es weiterer Maßnahmen, zum Beispiel der Reduktion der Kormorane und auch der Umsetzung der mehrjährigen Bewirtschaftungspläne", so Backhaus.

EU-Fischereirat hat das letzte Wort

Der EU-Fischereirat legt die Fangquoten im Oktober auf seiner jährlichen Versammlung fest. Dabei liefert der ICES-Bericht die wissenschaftliche Grundlage für die Beratungen des EU-Ministerrates. Er muss sich nicht an die Empfehlungen der Wissenschaftler halten und hat die vorgeschlagenen Richtwerte in den vergangenen Jahren oftmals überschritten.

Anhebung der Dorschquote erwartet

Beim Dorsch können die Fischer und auch die Angler mit einer deutlichen Anhebung der Fangmengen rechnen. Der Rat empfiehlt ein Plus von fast 140 Prozent.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 31.05.2018 | 19:00 Uhr

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