Stand: 20.04.2018 15:54 Uhr

Überfall auf Eritreer: Staatsschutz ermittelt

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Am Friedländer Mühlenteich wurden die Flüchtlinge aus Eritrea rassistisch beschimpft, geschlagen und mit Hunden verfolgt.

Nach dem Überfall auf zwei Asylbewerber in Friedland (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) ermittelt der Staatsschutz. Am Donnerstagabend soll eine Gruppe von sechs Deutschen Hunde auf zwei vorbeikommende Männer aus Eritrea gehetzt und diese geschlagen haben.

Eritreer erlitten leichte Verletzungen

Nach Angaben der Polizei erlitten die beiden Männer leichte Verletzungen. Der Vorfall soll sich am Mühlenteich ereignet haben. Als die beiden Männer mit Fahrrädern an der Gruppe vorbeifuhren, sollen die betrunkenen Tatverdächtigen ihnen zwei Hunde hinterhergehetzt haben.

Ausländerfeindliche Parolen

Drei Männer und eine Frau aus der Gruppe rannten ebenfalls den Opfern hinterher. Zwei von ihnen sollen den Eritreern mehrmals gegen den Kopf geschlagen haben. Hauptverdächtig seien ein 31- und ein 21-Jähriger. Gegen sie werde wegen Körperverletzung ermittelt. Für einen Haftbefehl gebe es keinen Grund, sagte eine Polizeisprecherin.

Einer der beiden Schläger habe im Anschluss die Fahrräder der Asylsuchenden in den Mühlenteich geworfen. Die Fahrräder wurden mittlerweile aus dem Teich geborgen und den Besitzern zurückgegeben. Auch als die Polizei schon vor Ort war, riefen die Deutschen "Scheiß Ausländer" und "Ihr seid keine Deutschen" in Richtung der Afrikaner.

Bürgermeister verurteilt Angriff

Mecklenburg-Vorpommerns Integrationsbeauftragte Dagmar Kaselitz (SPD), verurteilte den Angriff als "abscheuliche Tat". Sie begrüßte, dass der Staatsschutz in dem Fall ermittele. Auch Friedlands Bürgermeister Wilfried Block verurteilte den Angriff. Seinen Angaben zufolge seien bei der städtischen Wohnungsgesellschaft bislang keine Auffälligkeiten aus dezentralen Unterkünften für Zuwanderer bekannt. Auch während einer Einwohnerversammlung vor der Einrichtung eines Asylbewerberheimes in Friedland vor einigen Jahren habe es keine kritischen Meinungen gegeben. Derzeit leben 105 Menschen in dem Heim und warten auf eine Entscheidung über ihren Asylantrag.

Seine Stadt sei nicht ausländerfeindlich, im Gegenteil, so Block. Derzeit gebe es Gespräche mit dem Sportverein TSV Friedland darüber, ob die Stadt die Mitgliedsbeiträge von fußballspielenden Asylbewerberkindern übernehmen könne.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.04.2018 | 12:00 Uhr

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