Flugzeuge verschiedener Airlines sind auf dem Flughafen in Rostock-Laage geparkt. © NDR Foto: Steffen Baxalary

Flughafen Rostock-Laage: Gesellschafter stimmen Verkauf zu

Stand: 26.11.2021 06:03 Uhr

Der größte Verkehrsflughafen Mecklenburg-Vorpommerns kann verkauft werden. Nach der Hansestadt Rostock haben auch der Landkreis Rostock und die Stadt Laage dem Angebot des Berliner Unternehmens Zeitfracht zugestimmt.

Einstimmig haben die Stadtvertreter von Laage als letzter der drei Gesellschafter dem Verkauf des Flughafens zugestimmt. Damit ist der Weg frei, die "Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH" zum 1. Januar 2022 an die Berliner Zeitfrachtgruppe zu verkaufen. Noch am Freitag soll der Kaufvertrag durch die bisherigen Gesellschafter unterzeichnet werden.

Sondersitzungen wegen Termindrucks

Die Stadtvertreter von Laage waren am Donnerstag zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Einziger Tagesordnungspunkt: der Flughafen-Deal. Wie es bei solchen Verträgen üblich ist, wurde in nicht-öffentlicher Sitzung abgestimmt. Am Nachmittag hatte auch der Kreistag des Landkreises Rostock in einer außerordentlichen Sitzung getagt und ebenfalls mit großer Mehrheit für den Verkauf gestimmt - genau wie am Mittwoch bereits die Rostocker Bürgerschaft. Die Sondersitzungen waren nötig, da das Kaufangebot der Zeitfracht-Gruppe an eine Zustimmung dieser Gremien bis zum 30. November 2021 geknüpft war.

Große Hoffnungen

Man erhoffe sich, dass nun ein neues Buch aufgeschlagen werde in der Geschichte des Flughafens, sagte Laages Stadtvertretervorsteher Jürgen Schwießelmann (CDU) nach der Abstimmung. Mit dem Verkauf sei auch die Hoffnung verbunden, dass Arbeitsplätze entstünden und die bestehenden erhalten blieben. Der Präsident des Kreistages im Landkreis Rostock, Veikko Hackendahl (CDU) fügte an, man hoffe, dass die Entscheidung glücklich war. Und auch Rostocks Bürgerschaftspräsidentin Regine Lück (Die LINKE) meinte: "Wir glauben, dass damit eine gute Grundlage gegeben ist, nicht nur für den Erhalt von Arbeitsplätzen sondern auch für die wirtschaftliche Zukunft des Standortes."

Entlastung für öffentliche Haushalte

Über Details des Kaufvertrages wurde Stillschweigen vereinbart. Nach NDR Informationen soll der Kaufpreis 200.000 Euro betragen. Die bisherigen Gesellschafter jedoch dürften mit dem Verkauf eine große Sorge los sein. Für den Betrieb des Airports mussten die Stadt und der Landkreis Rostock sowie die Stadt Laage zuletzt 1,6 Millionen Euro im Jahr zuschießen. Das Land gab eine weitere Million Euro Hilfe.

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Die Berliner Zeitfracht-Gruppe sieht im Standort Laage vor allem logistisch viel Potential. Zeitfracht-Vorstand Wolfram Simon-Schröter sagte im Oktober zu NDR 1 Radio MV, dass ein Logistikzentrum gebaut werden solle und so der Flughafen Rostock-Laage als ein "kleines Frachtdrehkreuz im Norden von Deutschland" etabliert werden könnte. Insgesamt plant Zeitfracht Investitionen von rund 20 Millionen Euro. 

Privatisierung schon seit 13 Jahren im Gespräch

Bereits seit 2008 war immer wieder eine Privatisierung des defizitären Flughafens im Gespräch. Mehrere Billigfluglinien, die Laage genutzt hatten, sind in den vergangenen Jahren pleite gegangen. Während 2018 noch knapp 300.000 Passagiere abgefertigt wurden, waren es im ersten Corona-Jahr 2020 nur noch 22.000. Das ursprünglich als Standort der Bundeswehr eingerichtete Areal wird seit 1993 von der Flughafen Rostock-Laage GmbH auch als ziviler Regionalflughafen genutzt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 25.11.2021 | 20:00 Uhr

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