Stand: 12.03.2020 15:56 Uhr

Coronavirus: MV sagt alle Großveranstaltungen ab

Leere Sitzplätze. © picture alliance/chromorange Foto: Ernst Weingartner
Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind wegen der Ausbreitung des Coronavirus zahlreiche Sport- und Kulturveranstaltungen abgesagt worden. (Symbolbild)

Wegen der steigenden Zahl der Corona-Fälle sagt jetzt auch Mecklenburg-Vorpommern alle Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern ab. Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) hat am Mittag einen entsprechenden Erlass in Kraft gesetzt, dieser gilt vorerst bis zum 19. April - also bis nach Ostern. Gestern noch erklärte Glawe, das Land lehne ein grundsätzliches Verbot ab, um das öffentliche Leben nicht lahmzulegen.

Maßnahmen, um die Krankheit einzudämmen

Jetzt schwenkt MV auf den Kurs anderer Bundesländer ein, die das Verbot nach einer Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schon vor einigen Tagen ausgesprochen hatten. Glawe sagt, Corona verbreite sich weiter, alle Bundesländer müssten so "kontaktreduzierende Maßnahmen" treffen, um die Krankheit einzudämmen. Auch kleinere Veranstaltungen würden kritisch überprüft, mit dem Ziel, diese notfalls zu verschieben oder ganz ausfallen zu lassen - Glawe sieht da auch die Veranstalter gefordert. In den vergangenen Tagen wurden im Land bereits mehrere Konzerte und andere Veranstaltungen abgesagt. In MV sind aktuell mindestens 23 Corona-Fälle bekannt.

Auch Universitätsmedizin Rostock betroffen

Infolge einer Coronavirus-Infektion wird die Christophorus-Schule in Rostock für knapp zwei Wochen geschlossen. Nach Informationen des NDR holen die Eltern ihre Kinder bereits ab. Wie mit den Abiturklassen verfahren wird, ist noch offen. Die Schulleitung hatte schon am Morgen bestätigt, dass das Virus bei einem Schulkind aus der 5. Klasse nachgewiesen worden ist. Auch vier Ärzte der Universitätsmedizin Rostock wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Die Arbeit an der Klinik sei nicht beeinträchtigt.

Standorte der Testzentren

  • Bützow
  • Pasewalk
  • Stralsund
  • Bergen auf Rügen (geplant)
  • Ribnitz-Damgarten (geplant)
  • Schwerin
  • Ludwigslust
  • Neustrelitz
  • Grevesmühlen
  • Parchim

  • ein weiteres Testzentrum
(Ort geheim)

Universitätsmedizin
  • Rostock
  • Greifswald

(Quelle: Gesundheitsministerium MV)

Coronavirus-Testzentren nehmen Arbeit auf

In Schwerin und Greifswald nehmen heute die ersten Coronavirus-Testzentren die Arbeit auf. Getestet wird nur, wer dafür eine Überweisung vom Gesundheitszentrum oder Arzt erhalten hat. Nur begründete Verdachtsfälle werden untersucht, betonte der Sprecher der Uniklinik Greifswald, Christian Arns. Wer eine Überweisung hat, soll mit dem Auto anreisen und den Anweisungen auf dem Parkplatz am Hauptgebäude der Uniklinik folgen. Diese Vorsichtsmaßnahmen sollen andere Menschen vor einer möglichen Ansteckung schützen.

Medizinstudenten werden geschult

Die beiden vorpommerschen Landkreise richten bis zum Ende der Woche noch drei weitere Standorte ein, in denen Abstriche genommen werden können. Diese Zentren in Stralsund, Bergen und Pasewalk werden in den kommenden Tagen so ausgerüstet, dass auch sie die Arbeit aufnehmen können. Dafür lässt das Land derzeit Medizinstudenten der Universitäten Rostock und Greifswald schulen. Sobald die angehenden Mediziner einsatzbereit sind, sind auch die Zentren arbeitsfähig. Ludwigslust und Parchim wollen am Freitag starten.

Bürgertelefone zum Coronavirus

Zentrale Hotline des Wirtschafts- und Gesundheitsministeriums:
(0385) 588 - 5888
Mo. bis Do. 9 - 12 Uhr / 13 - 15 Uhr sowie Fr. 9 - 12 Uhr

Hotlines des Sozialministeriums:
(0385) 588 - 1999-7 und (0385) 588 - 19999 für Fragen rund um Krippen, Kindergärten, Horte und Kindertagespflegestellen
(0385) 588 - 19995 und (0385) 588 - 19997 für Fragen zu Pflege- und sozialen Einrichtungen
Mo. - Fr. 9 bis 18 Uhr

Hotline vom Kinderschutzbund für gestresste Eltern:
(0385) 479 - 1570
Mo. - Fr. 14 bis 17 Uhr

Seelsorge-Hotline der Nordkirche für Alte und Kranke:
(0800) 454 0106
täglich 14 bis 18 Uhr

Hotline des Landwirtschaftsministerium:
(0385) 588 - 6599
Mo. - Fr. 8 bis 17 Uhr

Gesundheitsamt Landkreis Mecklenburgische Seenplatte:
(0395) 57087 - 5330

Landkreis Vorpommern-Greifswald:
(03834) 8760 - 2300
Mo. - Fr. 8 - 20 Uhr, Sa. + So. 9 - 12 Uhr

Landkreis Vorpommern-Rügen:
(03831) 357 - 1000
E-Mail: corona-fragen@lk-vr.de

Landkreis Nordwestmecklenburg:
(03841) 3040 - 3000
Mo. bis Do. 9 - 12 Uhr / 13 - 17 Uhr sowie Fr. 9 - 12 Uhr

Landeshauptstadt Schwerin:
(0385) 545 - 3333
Mo. bis Do. 8 - 16 Uhr sowie Fr. 8 - 12 Uhr

Landkreis Rostock:
(03843) 7556 - 9999
Von 7 bis 22 Uhr geschaltet

Landkreis Ludwigslust-Parchim:
(03871) 722 - 8800
Mo. bis Do. 8 -12 Uhr/13 - 16 Uhr sowie Fr. 8 - 13 Uhr, Sa. und So. 9 - 16 Uhr

In Kliniken wird Spenderblut knapp

Vor dem Hintergrund der Ausbreitung des Coronavirus beklagen die Unikliniken Greifswald und Rostock einen Mangel an Blutspendern. Dabei wird Blut nach Angaben von Andreas Greinacher, Chef der Abteilung für Transfusionsmedizin an der Universitätsmedizin Greifswald, nicht nur punktuell, sondern in ganz Deutschland knapp. Deshalb gehe die Universitätsmedizin jetzt auf ihre Mitarbeiter mit der Bitte zu, ihr zur Seite zu stehen. Wenn es richtig knapp wird, werde keine Klinik laut Greinacher die Möglichkeit haben, sich aus anderen Regionen Blut zu besorgen. Deshalb sei es wichtig, dass die Kliniken genügend Blut aus ihrer Region erhalten und sich selbst versorgen können.

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Krankheitswelle und Angst vor Virus halten Spender ab

Auch das Deutsche Rote Kreuz appellierte an Blutspender, nicht aus Furcht vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus auf das Spenden zu verzichten. Beim DRK-Blutspendedienst Nord-Ost komme es derzeit zu einem verstärkten Rückgang der Spenderzahlen, hieß es. Hintergrund sei die Corona-Epidemie, aber auch die jahreszeitlich bedingte Zunahme von Erkältungs- und Influenzaerkrankungen.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 12.03.2020 | 13:00 Uhr

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