Stand: 17.05.2020 10:28 Uhr

Corona: Weitere Lockerungsschritte in MV

Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner
"Das Ziel ist schon, das komplette Leben wieder zu öffnen - unter Corona-Bedingungen", sagte Schwesig.

Bei einem Spitzentreffen in Schwerin haben die Landesregierung, Kommunen und die Spitzenverbände weitere Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern festgelegt. Dabei diente der "MV-Plan" als Grundlage, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Samstagabend sagte - "aber mit Verbesserungen an einigen Stellen." So soll es in den Sommerferien möglichst keine Schließzeiten in den Kitas geben. Auch bei Familienfeiern gibt es Lockerungen. Ab dem 25. Mai dürfen bis zu 30 Personen an Familienveranstaltungen teilnehmen. Die Feiern können unter Auflagen in Gaststätten ausgerichtet werden. Die Personenzahl wurde auf 30 begrenzt, weil bei Familienfeiern Auflagen wie die Abstandsregel nicht gelten, wie Schwesig erläuterte. Die Regel sei zunächst bis zum 30. August befristet.

Fitnessstudios ab dem 25. Mai geöffnet

Ab dem 25. Mai soll auch wieder mehr Sport möglich sein. Fitness- und kleine Sportstudios wie Yoga dürfen dann wieder öffnen, Sport in kleineren Gruppen und in Hallen ist dann wieder möglich - unter den gängigen Schutzmaßnahmen. Auch für den Spitzensport gibt es dann wieder grünes Licht, aber ohne Zuschauer. Auch Sport-Wettkämpfe für Qualifikationen sind dann wieder erlaubt.

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Gespräche über Konjunkturpaket und kommunalen Schutzschirm

Zur Stützung der Wirtschaft und der Arbeitsmarktsituation wird der MV-Schutzfonds fortgesetzt. Zudem werde gemeinsam mit dem Bund ein Konjunkturpaket erarbeitet, so Schwesig. Ziel seien unter anderem Verbesserungen für Kurzarbeiter. Laut Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) ist geplant, dass Zuschüsse möglichst steuerfrei sein sollten. Nach Angaben von Ingo Schlüter vom DGB-Nord soll in weiteren Gesprächen auf eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes auf 80 Prozent hingewirkt werden. Zudem werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die weitere Berufsausbildung für Auszubildende zu gewährleisten. Auch die Unterstützung der Kommunen soll in den Fokus rücken. Es werde Gespräche mit dem Bund über einen gemeinsamen kommunalen Schutzschirm geben, sagte Schwesig. Das Land wolle sich daran beteiligen.

Mehr Unterricht und Hortbetreuung

Am Nachmittag war bereits bekanntgegeben worden, dass der Schulunterricht und die Hortbetreuung ausgeweitet werden sollen. So soll nach Pfingsten geprüft werden, ob mehr Kinder in größeren Klassenräumen unterrichtet werden können. Sechstklässlern sollen zusätzliche Unterrichtsangebote ermöglicht werden. Vom 25. Mai an bis zum Beginn der Sommerferien sollen Kinder der 1. bis 4. Klassen an einem Vormittag pro Woche Präsenzunterricht mit anschließender Hortbetreuung erhalten. Regulären Schulunterricht soll es erst nach den Sommerferien wieder geben.

Reha-Kliniken dürfen ab 25. Mai wieder öffnen

Außerdem sollen ab dem 25. Mai die Reha-Einrichtungen und Mutter-Kind-Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern wieder öffnen dürfen. Noch offen geblieben sind die Bereiche Schaustellerei, Spielhallen und Zirkus. Glawe kündigte baldige Gespräche an. Bis zum 15. Juni rechnet er mit Ergebnissen. Dann soll anhand der Entwicklung des Infektionsgeschehens auch geklärt werden, ob und wann Tagestouristen wieder nach Mecklenburg-Vorpommern reisen dürfen.

RKI-Chef informierte über medizinische Lage

Die große Runde hatte auch den Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, zu Gast. Der Chef-Virologie des Bundes stellte dem Land ein gutes Zeugnis aus: Mecklenburg-Vorpommern habe bundesweit mit Abstand die niedrigsten Infektionszahlen - und das seit Beginn der Pandemie.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 17.05.2020 | 11:00 Uhr

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