Traditionsschiffe im Alten Hafen von Wismar. © NDR

Bund gewährt mehr Zeit für Umbau der Traditionsschiffe

Stand: 24.06.2021 15:15 Uhr

Das Bundesverkehrsministerium hat die Fristen für die Betreiber von Traditionsschiffen zur Umsetzung der 2018 eingeführten Sicherheitsvorschriften verlängert. Dies hatten die Betreiber mit Blick auf Probleme aufgrund der Corona-Pandemie gefordert.

"Wir setzen uns dafür ein, dass die Traditionsschifffahrt in Deutschland erhalten bleibt", sagte der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU). Die Betreiber der Traditionsschiffe seien in der Regel nicht für die verspätete Umsetzung der Maßnahmen verantwortlich, deshalb "erlauben wir eine Fristverlängerung für die Einhaltung der aus Sicherheitsgründen notwendigen Auflagen", so Ferlemann weiter. Die Eigner und Betreiber der Traditionsschiffe hatten zwei Jahre mehr Zeit für den Umbau der Schiffe nach den neuen Sicherheitsstandards verlangt. Aufgrund der Corona-Pandemie hätten viele Traditionsschiffe nicht mit Gästen fahren können, was massive Einnahmeausfälle bedeutet habe. Diese Gelder seien aber dringend notwendig, um die 2018 vom Bund beschlossene Vorgabe umsetzen zu können, hieß es zur Begründung. Der Museumshafen Greifswald e.V. hatte deswegen sogar eine Spendenaktion ins Leben gerufen.

Triftige Gründe müssen vorliegen

Die neue Sicherheitsverordnung für Traditionsschiffe legt Vorgaben für die bauliche Beschaffenheit, den Brandschutz und die Ausrüstung mit Rettungsmitteln fest. Die Sicherheitszeugnisse könnten verlängert werden, bei denen die Umsetzungsfristen in den Jahren 2021 und 2022 ablaufen, erklärte Ferlemann. Die Betreiber müssen aber glaubhaft machen, dass die nicht-rechtzeitige Umsetzung der Sicherheitsvorschriften durch die Pandemie oder andere triftige Gründe bedingt war. "Uns kommt es darauf an, das Wissens- und Kulturgut Traditionsschiff dauerhaft zu erhalten und gleichzeitig ein der Beförderung von Personen angemessenes Sicherheitsniveau zu schaffen", erklärte der CDU-Politiker weiter.

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"Endlich Planungssicherheit", aber Unverständnis über langes Warten

Der Wismarer SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Junge, der auch Berichterstatter der SPD-Fraktion für den Maritimen Tourismus ist, zeigte sich zufrieden. "Die Entscheidung gibt den Betreibern der Traditionsschiffe endlich die Planungssicherheit, die ihnen lange gefehlt hat", so Junge. Es sei jedoch unverständlich, weshalb der Prozess im Ministerium so lange dauerte. Die überwiegend ehrenamtlich aufgestellten Betreiber seien stark verunsichert gewesen, sagte Junge.

Dachverband warnt vor Rückgang an Traditionsschiffen

Der Deutsche Dachverband für Traditionsschiffe (GSHW) hatte davor gewarnt, dass 19 Schiffe ohne die Fristverlängerung in diesem Jahr verloren gehen. Die Zahl der Schiffe sei innerhalb von zwanzig Jahren um ein Drittel auf rund 100 geschrumpft. Die Erfahrung zeige, dass Fahrzeuge, die einmal ihr Zeugnis verloren haben, es kaum schaffen, dieses wiederzuerlangen, hieß es.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Stefan Kuna Show | 24.06.2021 | 16:00 Uhr

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