Stand: 29.06.2020 18:26 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Banken geben Soforthilfe für MV-Werften frei

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Auf der MV-Werft in Warnemünde wurde im vergangenen November der Neubau eines Kreuzfahrtschiffes ausgedockt.

17 Banken haben insgesamt 175 Millionen Euro Soforthilfe für die MV-Werften mit ihren Standorten in Wismar, Rostock und Stralsund freigegeben. Das teilte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsministerium am Montagabend mit. Für das Unternehmen sei aufgrund der Corona-Pandemie eine Zwischenfinanzierung erforderlich, um bis September finanziell über die Runden zu kommen und offene Rechnungen von Zulieferern zu begleichen. Im September sollen die Werften unter den Corona-Rettungsschirm des Bundes schlüpfen und 570 Millionen Euro Hilfe bekommen, um die im Bau befindlichen Schiffe finanzieren zu können, so Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). "Der erste Meilenstein ist erreicht", so der Minister.

MV-Werften: Banken geben grünes Licht für Hilfen

Nordmagazin -

Erleichterung bei den MV-Werften: Die Banken haben 175 Millionen Euro von Sperrkonten freigegeben. Wirtschaftsminister Harry Glawe berichtet, wie die Einigung zustande kam.

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"Starkes Signal für maritimen Standort"

Die Entscheidung der Banken sei ein "starkes Signal aller Beteiligten für die MV-Werften und den maritimen Standort Mecklenburg-Vorpommern". Sie würden damit auf eine Art Pfand verzichten. Genting Hong Kong hatte als Mutterkonzern der MV-Werften als Sicherheit für Krisensituationen während des Baus und des Betriebes der Kreuzfahrtschiffe rund 260 Millionen Euro auf einem Guthabenkonto ("locked box") hinterlegt. 175 Millionen Euro können mit der heutigen Entscheidung daraus entnommen werden. Dem mussten die Banken wie auch die Bürgen, zu denen auch das Land Mecklenburg-Vorpommern zählt, zustimmen.

Corona-bedingte Schieflage

Die MV-Werften waren nach eigenen Angaben Corona-bedingt in Schieflage geraten. Der Mutterkonzern klagte über massive Gewinneinbrüche. Ohne die Finanzspritzen droht den Werften nach Angaben der Landesregierung die Insolvenz. Die Landesregierung hatte bereits Mitte Juni mit einem Kabinettsbeschluss - unterstützt durch ein einstimmiges Votum des Landtags - den Weg für die Hilfe freigemacht. Das Ausfallrisiko des Landes steigt mit der Freigabe der 175 Millionen Euro auf gut 220 Millionen Euro.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 29.06.2020 | 19:00 Uhr

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