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Aufbau beginnt: Streit um Strandbar in Warnemünde beigelegt

Stand: 21.05.2021 18:03 Uhr

Cocktails schlürfen mit Blick aufs Wasser, das ist bald wieder möglich am Strand von Warnemünde. Das Umweltministerium hat aber nach wie vor Vorbehalte gegen die Strandbar "Strandoase".

Sogar eine offizielle Genehmigung durch die Stadt gibt es nun, doch wer sich jetzt auf einen lauschigen Pfingstabend mit kühlen Getränken freut, wird enttäuscht: Erst am Wochenende nach Pfingsten darf die Bar eröffnen und auch dann nur unter Auflagen. Das Problem: Es gibt keinen Bebauungsplan für den Strand. Die Stadtpolitik hat sich in mehr als zehn Jahren nicht dazu durchringen können, einen solchen aufzustellen. Heißt: Alle Aufbauten, die in den vergangenen Jahren an der Ostsee bei Warnemünde und Markgrafenheide standen, waren nur geduldet.

Pfingstgeschäft entgeht den Betreibern

Matthias Treichel, der Betreiber der Bar, darf bereits jetzt mit dem Aufbau beginnen - allerdings darf die Holzkonstruktion nicht mehr so dicht am Wasser stehen, wie in den Vorjahren. Landseitig, so die Vorgabe, muss die Bar mindestens 30 Meter von den Dünen entfernt sein. Und: Die Konstruktion muss so flexibel sein, dass sie innerhalb von zwölf Stunden abgebaut werden kann. Diese Regelung ist vor allem für den Fall gedacht, dass eine Sturmflut droht.

Ende März hieß es noch: Keine Bar mehr am Strand

Der Aufbau für dieses Jahr hatte gerade begonnen, als der Betreiber Ende März die Nachricht erhielt, dass die Duldung für seine Bar aufgehoben sei. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) hatte klargestellt, dass sie den Bau nicht weiter dulden werde. Das Landwirtschaftsministerium, dem das StALU untersteht, und die Stadt Rostock schoben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Das Amt wiederum sah sich dem Vorwurf ausgesetzt, die Wirtschaft an dem beliebten Strandabschnitt zu behindern - der zuständige Minister, Till Backhaus (SPD), konterte: "Das ist absurd".

Betreiber enttäuscht über verhageltes Pfingstgeschäft

Rund 300 Quadratmeter war die Strandoase zuletzt groß - seit 2008 gibt es sie, erst etwas kleiner, später dann in dieser Form. Zusätzlich zur Gastronomie vermietet Betreiber Matthias Treichel Strandkörbe, bis zu 300 sind es. Auch sie dürfen erst am Wochenende nach Pfingsten aufgestellt werden. Treichel zeigte sich enttäuscht darüber, dass er sowohl mit der Bar als auch mit der Strandkorbvermietung erst nach Pfingsten Geschäfte machen darf. Gegenüber NDR 1 Radio MV sprach er davon, bereits Strandkörbe unter Vorbehalt vermietet zu haben - diese Vereinbarungen muss er nun rückgängig machen.

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 29.03.2021 | 19:30 Uhr

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