Eine Möwe sitzt auf der Kaimauer am Hafen von Sassnitz, im Hintergrund liegen die Fischkutter. © NDR Foto: Anja Deuble

20 Betriebe wollen Fischkutter abwracken

Stand: 24.08.2021 08:10 Uhr

Die Fischbestände der Ostsee sind so geschrumpft, dass die Fangquoten der EU immer strenger werden. Mit einer Abwrackprämie für Fischkutter will das Land die Flotte verkleinern.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es noch knapp 200 Fischer im Vollerwerb. 20 Fischereibetriebe haben sich jetzt entschlossen, einige ihrer Fischkutter aufzugeben. Dafür haben sie eine Abwrackprämie beim Land beantragt.

Dezimierte Fischbestände sollen geschont werden

Die Prämie soll ein Anreiz sein, die Fangflotte zu verkleinern. Denn um die Fischbestände in der Ostsee steht es so schlecht, dass die EU die Quoten für Dorsch und Hering zu deren Schutz von Jahr zur Jahr weiter reduziert werden. Wie der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft Freest, Michael Schütt sagte, werden einige Fischer ihren Zweitkutter aufgeben. Bei ihm im Hafen seien es drei Betriebe, die die Abwrackprämie beantragt hätten.

Kutter müssen ab Dezember stillgelegt werden

Werden die Anträge genehmigt, müssen die Kutter nach Auskunft des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt ab Dezember stillgelegt werden. Davor können die Betriebe noch ihre Quoten abfischen. Ende September 2022 - also in etwas mehr als einem Jahr - müssen die Kutter dann endgültig abgewrackt sein. Die Höhe der Ausgleichszahlungen ist unterschiedlich, sie hängt von der Größe des Kutters ab. Die Prämien liegen zwischen 50.000 und 850.000 Euro. 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 24.08.2021 | 08:00 Uhr

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