Jazz Special

Opportunity, Please Knock - Der Sänger Oscar Brown Jr.

Freitag, 25. September 2020, 22:05 bis 23:00 Uhr, NDR Info

Am Mikrofon: Hans-Jürgen Schaal

Oscar Brown Jr., Jazzsänger © picture alliance/Heritage-Images Foto: Brian Foskett
Der Jazzsänger Oscar Brown Jr. trat 2000 im Club "The Jazz Bakery" in Los Angeles auf.

Irgendwann kam ihm die Idee, einige aktuelle Jazzhits zu betexten. Zum Beispiel Nat Adderleys "Work Song", Bobby Timmons’ "Dat Dere" oder Duke Pearsons "Jeannine". Der Schlagzeuger Max Roach war von Oscar Browns Songlyrics so angetan, dass er gleich mehrere Songtexte bei ihm bestellte. Für manche seiner Lyrics schrieb Brown aber auch selbst die Melodie. Abbey Lincoln nahm seinen Song "Strong Man" ins Programm, Mahalia Jackson sein "Brown Baby".

Heiter und Bissig

Eine Demo-Schallplatte mit seinen Songs, die er an Plattenlabels schickte, führte dann eher ungeplant dazu, dass Oscar Brown Jr. selbst als Sänger entdeckt wurde. Seine dramatische Art des Vortrags, geschult am Polittheater-Stil von Brecht und Weill, war damals etwas Besonderes - 1960 erschien sein Debütalbum "Sin And Soul". In seinen Songs lieferte Brown heiter-bissige Gesellschaftskommentare aus der Sicht des Afroamerikaners: "Ich habe mich immer als Teil des ‚Black Movement‘ verstanden."

Einer der populärsten

Es wurde eine kurze, aber bemerkenswerte Karriere im "großen" Showbusiness. Brown war bei namhaften Plattenfirmen unter Vertrag, trat in Fernsehsendungen auf, schrieb Musicals, stand mit Miles Davis und Dizzy Gillespie auf der Bühne. Als die Bürgerrechtsbewegung stark war, war er einer der populärsten Schwarzen in Amerikas Medien. Stars wie Sammy Davis Jr., Billy Eckstine und Nina Simone sangen seine Songs. Noch bis 1975 machte Oscar Brown Jr. regelmäßig neue Platten - dann wurde es ruhiger um ihn. Sein letztes eigenes Album entstand 1998 mit der NDR Bigband in Hamburg.

 

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