Jazz Special

Take Five and more

Freitag, 04. Dezember 2020, 22:05 bis 22:30 Uhr, NDR Info

Und nach den Nachrichten, 22:35 bis 23:00 Uhr, NDR Info

Am Mikrofon: Bert Noglik

Der Musiker Dave Brubeck auf einem Bild aus dem Jahr 2002. © dpa bildfunk Foto: Markus Stuecklin
Dave Brubeck nahm auch Unterricht bei Arnold Schönberg, befasste sich mit Polyrhythmik und Zwölftonreihen.

Wie kaum einem anderem im Jazz gelang es Dave Brubeck, das Streben nach Innovation und Popularität auf einen gemeinsam Nenner zu bringen. Berühmt wurde der Pianist vor allem durch das Spiel mit seinem Quartett und das Experimentieren mit ungeraden Taktarten. Mit seinen wuchtigen Akkorden schuf er die Basis, von der aus der Altsaxofonist Paul Desmond in luftige Höhen abheben konnte. Brubeck, den der Komponist Darius Milhaud dazu ermutigte, Einflüsse aus Barockmusik und Klassik mit dem Jazz zu fusionieren, bevorzugte kammermusikalische Klangbilder. Mit seinen Tourneen "Jazz goes to College" hatte er sich ein treue Fangemeinde herangezogen. Doch er spielte auch in schwarzen Klubs und trat entschieden gegen jede Art von Rassendiskriminierung ein. So weigerte er sich, Engagements anzunehmen, wenn man von ihm verlangte, ohne seinen afroamerikanischen Bassisten Eugene Wright aufzutreten.

Musikalischer Architekt

Dave Brubeck ist auch als Schöpfer von groß angelegten, oft sakralen Kompositionen hervorgetreten. Mit der im Quartett eingespielten Platte "Time Out" von 1959 brach er alle Rekorde. Das Album zählt mit inzwischen mehr als zwei Millionen verkauften Exemplare zu den erfolgreichsten im Jazz. Auch wenn der Super-Hit "Take Five" aus der Feder von Paul Desmond stammte - Dave Brubeck erwies sich als der musikalische Architekt der Gruppe, die er - später in Besetzungen mit Gerry Mulligan, Paul Desmond oder Bobby Militello - genial zusammenhielt. Am 6. Dezember dieses Jahres wäre Dave Brubeck einhundert Jahre alt geworden.

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