Jazz Special

Auf der reibungsvollen Suche nach Schönheit

Freitag, 26. Juni 2020, 22:05 bis 23:00 Uhr, NDR Info

Am Mikrofon: Bert Noglik

Maciej Obara mit Saxofon © Urszula Tarasiewicz Foto: Urszula Tarasiewicz
Maciej Obara gewann 2006 mit seinem Trio den Jazzwettbewerb von Bielska Zadymka für junge Jazzbands. Dies führte zu seinem internationalen Durchbruch.

Schon immer hatte Jazz in Polen sehr viel mit Freiheit zu tun - als Ausdruck unbeugsamer Individualität, als Affront gegen Bevormundung, als Aufatmen im Kreise Gleichgesinnter. Maciej Obara zählt zu denen, die diese Traditionen fortsetzen. Als ihm seine Mutter mit 14 eine Charlie-Parker-Platte schenkte, stand sein Entschluss fest, Saxofonist werden zu wollen. Musik als Ausdruck großer Emotionen hatte er durch seinen Vater, einen Klarinettisten in der Roma-Szene, kennen gelernt. Nach Lehr- und Wanderjahren traf er 2008 mit dem Trompeter Tomasz Stanko zusammen, der ihn in ein Quartett aufnahm, was einer Initiation, der Aufnahme in die Gemeinschaft der Wortführer im polnischen Jazz gleichkam.

Reibung eingeschlossen

Seither hat Maciej Obara den Weg mit eigenen Bands fortgesetzt und im Verein mit seinem Landsmann, dem Pianisten Dominik Wania, sowie den beiden Norwegern Ole Morten Vågan (Kontrabass) sowie Gard Nilssen (Schlagzeug) zu einer eigenen Klangsprache gefunden. Nach drei CDs für das polnische Label "Fortune" wurde ECM zu seinem Wegbegleiter. Auf den Alben "Unloved" und "Three Crowns" beeindruckt er mit lyrischen Reminiszenzen an Krzysztof Komeda und mit Neuinterpretationen von Werken aus der Feder von Henryk Górecki. Vor allem aber beeindruckt er mit einer unbändigen Lust am rhapsodischen Erzählen und mit einer sehnsuchtsvollen Suche nach Schönheit, die Reibungen einschließt, aber auch ungeahnte Ausblicke bereithält.

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