Blauer Himmel über der Binnenalster. © NDR Foto: Dagmar Meier

Corona-Lockerungen: Diese Regeln gelten jetzt in Hamburg

Stand: 22.06.2021 11:34 Uhr

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelten in Hamburg viele Regeln. Ein Stufenplan sieht schrittweise Lockerungen vor.

Die allgemeinen Hygienevorgaben, Schutzkonzepte und die Maskenpflicht gelten weiter. Die Einhaltung dieser Regeln bleibt die Voraussetzung für alle zugelassenen Aktivitäten.

Was in Hamburg gilt - die zehn wichtigsten Punkte:

1. Kitas und Schulen

Hamburgs Kitas sind zurück im Normalbetrieb. Alle Kinder können wieder für die volle Zeit in die Kita gehen. Die Hygieneregelungen und Infektionsschutzvorkehrungen in den Kitas werden weiter aufrechterhalten. Für einen besseren Infektionsschutz sollen die Mitarbeitenden in den Kitas zweimal pro Woche einen Corona-Schnelltest machen. Auch ruft die Behörde alle Mitarbeitenden der Kitas auf, sich impfen zu lassen. Auch Kinder können sich freiwillig vor dem Kita-Besuch testen: Für die Kinder ab circa vier Jahren wird zwei Mal wöchentlich ein kostenloser Schnelltest bereitgestellt.

Hamburgs Schulen haben wieder für alle Klassenstufen gleichzeitig im Präsenzunterricht geöffnet. Es gilt eine Testpflicht für die Teilnahme am Unterricht und anderen Präsenzangeboten in der Schule. Alle Schülerinnen und Schüler müssen einen medizinischen Mund-Nase-Schutz im Unterricht tragen, auch Lehrkräfte und Schulbeschäftigte. Alle 20 Minuten muss gelüftet werden. Die Präsenzpflicht bleibt weiterhin aufgehoben.

2. Kontaktbeschränkungen

Für private Treffen gilt seit dem 22. Juni: Sie dürfen mit bis zu 10 Personen stattfinden, sowohl in geschlossenen Räumen, als auch im Freien. Nicht mitgezählt werden Kinder bis 14 Jahre, vollständig Geimpfte und Genesene.

Abstand halten: Zu allen Menschen, die nicht ausdrücklich unter die erlaubten Kontakte fallen, müssen Sie mindestens 1,50 Meter Abstand halten. Diese Regel gilt überall: zu Hause, an öffentlichen Orten oder im Freien. Zu allen Personen, mit denen Sie im selben Haushalt leben, müssen Sie keinen Abstand halten. Für vollständig Geimpfte und Genesene ist diese Regelung seit dem 9. Mai aufgehoben. Sie zählen auch bei den Kontakten nicht mit.

3. Maskenpflicht

In Büros und Betrieben und in öffentlichen Gebäuden sind medizinische Masken vorgeschrieben. Die Maske darf abgelegt werden, wenn es sich um einen geschlossenen Raum handelt, in dem lediglich eine Person anwesend ist, oder wenn eine geeignete technische Vorrichtung vorhanden ist, durch die die Ausbreitung von Tröpfchen durch Husten, Niesen oder Sprechen vermindert wird. Die Maske darf zudem vorübergehend abgelegt werden, wenn dies zur Ausübung der beruflichen Tätigkeit zwingend erforderlich ist.

Beim Einkaufen, bei Gottesdiensten, bei Amtsgängen zu Behörden und bei Gesundheitsbehandlungen müssen Menschen ab 14 Jahren grundsätzlich medizinische Masken tragen. Darunter fallen insbesondere OP-Masken und Masken mit dem Standard KN95 oder FFP2.

Im öffentlichen Nahverkehr sind weiterhin Masken zu tragen. Das gilt für alle Menschen ab 6 Jahren. Aber: Es reicht nun eine einfach OP-Maske, eine FFP2-Maske oder ein Mund-Nasen-Schutz nach vergleichbarem Standard ist nicht mehr notwendig.

Vorübergehend galt auf stark frequentierten Plätzen und Straßen eine Maskenpflicht. Diese hat der Senat nun - dank sinkender Inzidenz - aber weitgehend wieder aufgehoben. Lediglich dort, wo kein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann, muss auch weiterhin eine medizinische Maske getragen werden. Dies gilt beispielsweise auf Wochenmärkten, in Warteschlangen vor Geschäften oder auch Gaststätten sowie bei touristischen Stadtrundfahrten.

4. Einzelhandel

Der Einzelhandel darf öffnen - mit einer Personenzahlbegrenzung, die sich an der Verkaufsfläche orientiert. Pro 10 Quadratmeter Verkaufsfläche sind eine Kundin oder ein Kunde zulässig. Ein Geschäft mit 500 Quadratmetern Verkaufsfläche darf demnach 50 Personen zur gleichen Zeit einlassen. Kleine Geschäfte unter 10 Quadratmetern Verkaufsfläche dürfen immer nur eine Person zur Zeit einlassen.

Es gelten Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen. Das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes bleibt Pflicht auch vor den Geschäften.

Zudem ist im Einzelhandel eine (digitale) Kontaktnachverfolgung nötig. Ausnahmen sind:

  • Einzelhandel für Lebensmittel, Direktvermarkter von Lebensmitteln, Wochenmäkte, Großhandel,
  • Apotheken, Optiker, Hörakustiker und Sanitätshäuser,
  • Drogerien und Reformhäuser
  • Abhol- und Lieferdienste,
  • Getränkemärkte,
  • Tankstellen, Kioske,
  • Poststellen, Banken und Sparkasssen, Pfandhäuser,
  • Reinigungen und Waschsalons,
  • Geschäfte für Tierbedarf,
  • Auto- und Fahrradwerkstätten,
  • Buchhandlungen.,
  • Handwerksbetriebe.
  • Baumärkte, Gartencenter, Blumengeschäfte

5. Körpernahe Dienstleistungen

Für Friseursalons, Fußpflege, Massagesalons, Tattoo-Studios und Sonnenstudios gilt: Alle bei der Dienstleistung anwesenden Personen müssen eine medizinische Maske tragen. Der Termin muss vorab vereinbart werden. Die Kontaktdaten müssen erhoben werden. Ein tagesaktueller Corona-Test ist verpflichtend und muss schriftlich nachgewiesen werden. Vollständig Geimpfte und Genesene müssen keinen Test vorlegen.


Im Bereich der körpernahen Dienstleistungen besteht die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske.
Prostitutionsangebote, die nach dem Prostituiertenschutzgesetz angemeldet und geprüft sind, dürfen unter Auflagen öffnen. Hierzu zählen unter anderem ein Alkoholverbot, eine vorherige Anmeldung, ein negativer Corona-Test sowie die medizinische Maskenpflicht.

6. Kultur, Freizeitgestaltung und Veranstaltungen

Seit dem 22. Juni sind Veranstaltungen in Innenräumen mit festen Sitzplätzen mit bis zu 100 Personen möglich. Für Veranstaltungen ohne feste Sitzplätze gilt eine Obergrenze von 50 Personen - jeweils mit Auflagen. Dazu zählen eine Testpflicht, Kontaktnachverfolgung und die Maskenpflicht (medizinische Maske).
Veranstaltungen unter freiem Himmel sind unter denselben Bedingungen (aber ohne Maskenpflicht) mit bis zu 500 Personen zulässig. Ohne feste Sitzplätze sind Veranstaltungen im Freien mit bis zu 250 Personen möglich. Für alle Veranstaltungen, also drinnen und draußen gilt, dass dort nicht getanzt werden darf.
Private Feiern, die über die geltenden Kontaktbeschränkungen hinausgehen, sind erlaubt. Wenn dabei in Innenräumen mehr als 10 Personen zusammenkommen, gelten dieselben Regeln, wie für Veranstaltungen ohne feste Sitzplätze.

Theater, Musiktheater, Opern, Konzerthäuser, das Literaturhaus, das Planetarium und Kinos dürfen unter strengen Auflagen öffnen. Dazu zählen eine Testpflicht für Besucherinnen und Besucher und eine Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken auch am Platz. Einige Häuser öffnen jedoch nicht sofort, viele Kinos planen etwa einen Neustart zum 1. Juli.
In Kultureinrichtungen ist die Anordnung der festen Sitzplätze im "Schachbrettmuster" möglich. Das heißt: Zwischen allen besetzten Sitzplätzen muss rechts, links, davor und dahinter jeweils ein Platz frei sein.
Die Veranstaltung von Volksfesten wie dem Sommerdom ist unter Auflagen möglich. Es muss ein spezifisches Schutzkonzept geben.
Chorproben dürfen im Freien und in geschlossenen Räumen stattfinden. Für diese sowie für Blasinstrumente-Ensembles gilt ein Sonderabstand von 2,5 Meter zwischen den Musizierenden. Sofern Proben in Innenräumen stattfinden, gilt eine Testpflicht als Auflage.
Freibäder, Hallenbäder und Thermen dürfen wieder öffnen. Bei allen Besuchen in Hallenbädern und Thermen ist ein aktueller negativer Corona-Test oder vergleichbarer Nachweis nötig. Für Freibäder besteht keine Testpflicht.
Saunen, Dampfbäder und Wellnessangebote dürfen unter Auflagen wie einer Testpflicht und den Abstands- und Kontaktregeln geöffnet werden.
Zoologische und botanische Gärten sind geöffnet und können ohne Voranmeldung besucht werden. Auch hier gilt die (digitale) Kontaktnachverfolgung. Die Maskenpflicht und Testpflicht besteht nur in Innenräumen.
Bei Hafen- und Stadtrundfahrten darf die volle Kapazität der Gefährte genutzt werden, allerdings unter Einhaltung der Abstandsregeln und Tragen einer medizinischen Maske. Touristische Gästeführungen sind im Außenbereich mit Gruppen bis zu 20 Personen, im Innenbereich mit Gruppen bis zu zehn Personen zulässig. Im Innenbereich gilt als Zugangsvoraussetzung die Vorlage eines negativen Corona-Tests, die (digitale) Kontaktnachverfolgung sowie eine Maskenpflicht (in Fahrzeugen eine FFP-Maskenpflicht wie im ÖPNV).
Spielhallen und Spielbanken, Wettannahmestellen und Shisha-Bars dürfen wieder öffnen. Für den Besuch ist ein aktueller negativer Corona-Test oder vergleichbarer Nachweis nötig
Musikclubs bleiben geschlossen.

Für Aufzüge mit über 500 Personen und ortsfeste Versammlungen mit über 1.000 Personen im Freien und über 300 Personen in geschlossenen Räumen gilt, dass sie von der Versammlungsbehörde auf Antrag genehmigt werden können, wenn der Infektionsschutz es zulässt.

7. Sport

Sport in Gruppen ist mit bis zu 30 Erwachsenen unter freiem Himmel und kontaktfrei mit bis zu zehn Erwachsenen im Innenbereich unter Auflagen wie Kontaktnachverfolgung und Testpflicht möglich. Kinder dürfen unbegrenzt am Sport teilnehmen. Seit 22. Juni sind unter den weiter geltenden Auflagen auch Kontaktsportarten mit bis zu 10 Personen im Innenbereich möglich.
Fitness-, Sport- und Yogastudios dürfen unter Auflagen ihre Innenbereiche öffnen. Voraussetzung ist unter anderem eine Testpflicht, die (digitale) Kontaktnachverfolgung sowie ein Abstand zwischen den Sportgeräten oder Kursteilnehmenden von mindestens 2,5 Metern.
Sportveranstaltungen unter freiem Himmel und in Hallen können seit dem 11. Juni in Abhängigkeit von dem jeweiligen Veranstaltungsort und nach Einzelfallprüfung auch mit mehr als 650 zuschauenden Personen durchgeführt werden. Es gelten Auflagen wie eine Testpflicht, feste Sitzplätze, (digitale) Kontaktnachverfolgung, medizinische Maskenpflicht).

8. Gastronomie

Die Außengastronomie darf öffnen. Voraussetzung ist, dass sich höchstens fünf Personen an einen Tisch setzen, die alle aus verschiedenen Haushalten stammen dürfen. Kinder unter 14 Jahre werden nicht mitgezählt. (Digitale) Kontaktnachverfolgung ist geboten, ein Schnelltest ist nicht erforderlich.

Auch die Innengastronomie ist in Hamburg unter Auflagen wieder geöffnet. Voraussetzung ist, dass sich höchstens fünf Personen an einen Tisch setzen, die alle aus verschiedenen Haushalten stammen dürfen. Auch Stehplätze zum Verzehr von Speisen und Getränken genutzt werden. (Digitale) Kontaktnachverfolgung und ein Schnelltest sind erforderlich. Restaurantbesuche sind nur bis 23 Uhr erlaubt, danach gilt eine Sperrstunde.

Alkohol darf in gastronomischen Betrieben unter freiem Himmel zum unmittelbaren Verzehr am Tisch ausgeschenkt werden. Von dieser Ausnahme abgesehen ist der Verkauf von alkoholischen Getränken, die zum unmittelbaren Verzehr bestimmt sind, weiterhin verboten. Damit sind insbesondere Gläser, Becher oder Einwegbehälter gemeint - diese dürfen zum Beispiel nicht an Passantinnen und Passanten verkauft werden.

Shishas und andere Wasserpfeifen dürfen nur im Freien unter Wahrung von Hygienestandards bereitgestellt und genutzt werden.

Vor Gaststätten und ähnlichen Einrichtungen, die Speisen zum Mitnehmen verkaufen, gilt auch in Warteschlangen und Menschenansammlungen vor den Eingängen sowie auf Außenflächen und Stellplatzanlagen eine Maskenpflicht.

Seit dem 11. Juni dürfen sich entsprechend der angepassten Kontaktbeschränkung auch in der Außengastronomie bis zu zehn Personen aus verschiedenen Haushalten an einen Tisch setzen. Dabei gelten weiterhin die bestehenden Auflagen. In der Innengastronomie bleibt es bei der Begrenzung auf höchstens fünf Personen.

9. Kirchen

Gottesdienste und andere religiöse Veranstaltungen sind grundsätzlich erlaubt, wenn die geltenden Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. In geschlossenen Räumen muss eine medizinische Maske getragen werden. Wenn viele Besucherinnen und Besucher erwartet werden, ist eine Anmeldung nötig. Seit 22. Juni ist der Gemeindegesang in Kirchen wieder zulässig (entweder Maskenpflicht oder unter Berücksichtigung der Vorgaben für Chöre wie Testpflicht, Kontaktnachverfolgung und Abstand von 2,5 Metern).


10. Weitere Fragen und Antworten

Alkohol: Wo erlaubt?

  • Der Verkauf von Alkohol ist von 22 bis 6 Uhr des Folgetages ist in ganz Hamburg untersagt. Ganztägig ist die Abgabe von Alkohol in Bechern, Gläsern oder Einweggetränkebehältnissen untersagt.
  • Das öffentliche Trinken von Alkohol ist nicht mehr im ganzen Stadtgebiet verboten. Das Verbot gilt nur noch an bestimmten Orten, zum Beispiel im Bereich Reeperbahn, in Teilen der Sternschanze, am Hansaplatz in St. Georg, an Teilen der Binnen- und Außenalster, auf dem Alma-Wartenberg-Platz in Ottensen und im Jenischpark in Othmarschen. Alkoholkonsum ist dort montags bis donnerstags von 14 bis 6 Uhr am Folgetag, freitags ab 14 Uhr, sonnabends ganztägig sowie sonntags und an Feiertagen ganztägig bis 6 Uhr am Folgetag untersagt. Nach den Vorfällen in der Schanze hat der Senat beschlossen, für den Kiez rund um die Reeperbahn und die Schanze zusätzlich ein Alkoholverbot gelten soll: Immer am Wochenende (Freitag, Sonnabend sowie vor Feiertagen) soll der Außer-Haus-Verkauf von Alkohol zwischen 20 und 6 Uhr verboten sein. Auch darf man in dieser Zeit keinen Alkohol bei sich führen. In der Außengastronomie darf Alkohol nur bis 23 Uhr ausgeschenkt werden.

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