Corona: Hamburg weitet 2G auf Einzelhandel aus

Stand: 30.11.2021 20:09 Uhr

Der Hamburger Senat hat angesichts steigender Corona-Zahlen beschlossen, die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie weiter zu verschärfen. Senatssprecher Marcel Schweitzer kündigte am Dienstag an, dass im Einzelhandel 2G zur Pflicht wird.

In Hamburg können Ungeimpfte von Sonnabend an nicht mehr im Einzelhandel einkaufen. Mit Ausnahme von Geschäften des täglichen Bedarfs - wie zum Beispiel Supermärkten, Drogerien oder Apotheken - dürfen die Läden Kundinnen und Kunden dann nur noch nach dem 2G-Modell bedienen, also nur Geimpfte oder Genesene.

2G: Ausnahme nur noch für unter 16-Jährige

Und durften in Hamburg bisher auch ungeimpfte Minderjährige am 2G-Modell teilhaben, soll diese Ausnahme künftig nur noch für unter 16-Jährige gelten. Grund sei die schon länger bestehende Impfmöglichkeit für 16 bis 18-Jährige.

Ab Sonnabend 2G-Plus in Clubs

Darüber hinaus beschloss der rot-grüne Senat am Dienstag, dass ebenfalls von Sonnabend an bei sogenannten Tanzlustbarkeiten - also etwa in Clubs und Diskotheken - das 2G-Plus-Modell gilt. Besucherinnen und Besucher müssen dann zusätzlich zu ihren Impf- beziehungsweise Genesenen-Bescheinigungen einen negativen Corona-Test vorlegen. Mit den neuen Verschärfungen wolle man den Ungeimpften einen zusätzlichen Anreiz bieten, sich impfen zu lassen, sagte Schweitzer. "Es wird schwer für ungeimpfte Personen. Nur die Impfung hilft."

Tschentscher will Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) ergänzte am frühen Abend nach den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Lage, dass Hamburg die Kontakte von Ungeimpften einschränken wolle. Demnach sollen sich Ungeimpfte nur noch mit zwei Mitgliedern eines anderen Haushalts treffen dürfen. Dafür müsse allerdings noch eine Bundesverordnung geändert werden, die einer solchen Regelung noch entgegenstehe.

Maskenpflicht in Kinos und Theatern

Eine weitere Verschärfung der Corona-Regeln sei die Maskenpflicht auch beim 2G-Modell, sagte Tschentscher. So müsse ab Sonnabend immer dort, wo es möglich ist - wie bei Theater- oder Kinovorstellungen -, auch am Platz wieder eine Maske getragen werden.

Vermutlich Beschränkungen bei Großveranstaltungen

Einschränkungen bei der Besucherzahl werde es voraussichtlich auch bei Sportgroßveranstaltungen geben, sagte Tschentscher. Hamburg werde sich einer bundeseinheitlichen Regelung anschließen.

Schweitzer: Keine Bedenken wegen Schnelltestkapazitäten

Das 2G-Plus-Modell etwa in Clubs bedeutet jedoch auch, dass Hamburg mehr Schnelltest-Kapazitäten braucht. Senatssprecher Schweitzer sieht das nicht als Problem: "Wenn die Nachfrage steigt, dann steigt auch das Angebot. Und deshalb ist davon auszugehen, dass die Infrastruktur besser wird." Kritik übte Schweitzer an der alten Bundesregierung, denn die schaffe es nicht, dass schnell genug Impfstoff für Auffrischungsimpfungen bei den Ärztinnen und Ärzten ankommt. "Es mangelt gerade an Impfstoff, den wir gerne von Herrn Spahn hätten", sagte Schweitzer mit Blick auf den Bundesgesundheitsminister.

Opposition fordert Ausbau der Testangebote

Die CDU trage die von Rot-Grün beschlossenen Maßnahmen mit, sagte CDU-Fraktionschef Dennis Thering. "Die Einführung weiterer Testpflichten muss der Senat dann aber ebenfalls jetzt umgehend organisieren." Schon jetzt reichten die Kapazitäten nicht aus. Thering sprach sich für einen Lockdown für Ungeimpfte aus. "Es kann nicht sein, dass am Ende auch alle Geimpften von weiteren Beschränkungen betroffen sind, nur weil es immer noch einige gibt, die eine Impfung ablehnen."

Der gesundheitspolitische Sprecher der Linken, Deniz Celik, nannte die beschlossenen Maßnahmen nicht ausreichend. "Wir brauchen jetzt drastische Kontaktreduzierungen, Abstand und Maskenpflicht in Innenräumen auch für Geimpfte sowie flächendeckende Impfangebote." Zugleich müssten die Testangebote ausgebaut werden. Die AfD warf dem Senat "gnadenlose Ausgrenzung" vor.

Weitere Informationen
Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) beie einer Pressekonferenz im Rathaus.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.11.2021 | 14:00 Uhr

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