Bürgerschaft: Opposition kritisiert Hamburgs Corona-Kurs

Stand: 11.11.2020 17:31 Uhr

Die Opposition in der Hamburgischen Bürgerschaft hat den Kurs des rot-grünen Senats in der Corona-Krise scharf kritisiert.

Dennis Thering (CDU) spricht in der Hamburgischen Bürgerschaft. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius
CDU-Fraktionsvchef Dennis Thering sprach von einer "grotten-schlechten Corona-Politik".

Leidtragende der "grotten-schlechten Corona-Politik" seien vor allem Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern, sagte CDU-Fraktionschef Dennis Thering am Mittwoch in der Aktuellen Stunde. Auch nach Monaten seien die Schulen nicht auf die Krise vorbereitet. Ein Konzept für eine Teilung der Klassen in Präsenz- und Digitalunterricht fehle. Auch sei die Maskenpflicht zu spät gekommen. "Lehrer und Schüler sind hier bei uns in Hamburg mittlerweile überproportional von Corona betroffen", sagte er.

Schulsenator Ties Rabe und Sozialsenatorin Melanie Leonhard (beide SPD) wiesen die Kritik zurück. Rabe kritisierte die Darstellung Therings, wonach die Teilung der Klassen in Bayern besser funktioniere. Derzeit würden alle versuchen, "dass die Schüler nicht nach Hause geschickt und dort allein gelassen werden." Eine Schulschließung komme nur infrage, "wenn das zur Pandemiebekämpfung unvermeidbar ist".

"Eltern schreiben uns an"

Melanie Leonhard (SPD) spricht in der Hamburgischen Bürgerschaft. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius
Melanie Leonhard verteidigte das Offenhalten der Hamburger Schulen.

In der Debatte um den richtigen Corona-Kurs würden zunehmend "Lautsprecher" gehört, sagte Sozialsenatorin Leonhard. Der Senat gehe aber nicht den leichten Weg und höre auch auf diejenigen, die in der aktuellen Debatte kaum mehr zu Wort kämen. Hamburg gehe den schwierigen Weg und versuche, die Schulen offen zu halten. "Es gibt nicht wenige Eltern, die uns anschreiben und darum bitten, den Präsenzunterricht noch aufrechtzuerhalten, wenn es irgendwie ginge." Viele würden fürchten, dass Kinder abgehängt würden.

Filteranlagen und mehr Beteiligung gefordert

Die Linke warf dem Senat vor, den privaten Bereich in der Krise zu vergessen und sprach sich für die Förderung von Luftfilteranlagen und einen Pandemie-Zuschlag für Hartz-IV-Empfänger aus. Die AfD forderte eine Beteiligung des Parlaments bei der Entscheidung über Corona-Maßnahmen.

"Nur gemeinsam zu bewältigen"

Hamburg werde die Krise nur gemeinsam bewältigen, meinte Grünen-Fraktionschef Dominik Lorenzen. Ohne Zusammenhalt sei kein Staat zu machen. Der AfD war das viel zu allgemein. Außerdem bekomme die Bürgerschaft nur noch gelegte Eier vom rot-grünen Senat zum Abnicken vorgelegt.

Weitere Informationen
Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) berichtet über die jüngsten Entwicklungen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.11.2020 | 15:00 Uhr

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