Stand: 01.08.2020 07:37 Uhr

Alkohol-Verkaufsverbot: Ruhigere Nacht in Hamburg

Das neue Alkoholverkaufsverbot in Hamburgs Ausgehvierteln hat am Freitagabend offenbar viele Menschen vom Feiern auf den Straßen abgehalten. Ein Sprecher der Polizei sagte, das Verkaufsverbot sei erfolgreich. Es seien im Vergleich zur Vorwoche weniger Menschen auf den Straßen unterwegs gewesen, zudem hätten sich weniger Gruppen gebildet.

Nachts keinen Alkohol zum Mitnehmen mehr verkaufen

An den vergangenen Wochenenden hatten sich in St. Pauli, in der Schanze und in Altona an einigen Plätzen viele Menschen getroffen, teils ohne auf den Corona-bedingten Sicherheitsabstand zu achten. Daraufhin hatten die Bezirke Mitte, Altona und Eimsbüttel am Donnerstag per Allgemeinverfügung ein Verkaufsverbot für Alkohol zum Mitnehmen erlassen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bezirksämter Altona, Eimsbüttel und St. Pauli kontrollierten vergangene Nacht in Kiosken, Gaststätten und Tankstellen, ob sich an das Außer-Haus-Verkaufsverbot gehalten wird. Viele junge Leute brachten sich ihre Getränke selbst mit. Manche waren genervt von den Kontrollen, andere zeigten Verständnis für die Maßnahme, wollten aber dennoch ungestört feiern.

Menschenmengen sollen nicht entstehen

Das Verkaufsverbot trat am Freitagabend um 20 Uhr in Kraft. Auch am Sonnabend und Sonntag - jeweils von 20 Uhr bis 6 Uhr - dürfen Kneipen, Bars, Cafés, Kioske, Tankstellen und Supermärkte keinen Alkohol zum Mitnehmen verkaufen. Das mindere die Attraktivität des öffentlichen Raums für solche Zusammenkünfte und verringere so das Risiko, dass sich überhaupt derart große Ansammlungen bildeten, heißt es in der Allgemeinverfügung. Es sei deshalb ein wirksames Mittel gegen die Infektionsgefahren in der Stadt.

"An den letzten Wochenende war es einfach zu viel im öffentlichen Raum", sagte Falko Droßmann, Leiter des Bezirksamtes Mitte, am Freitagabend. "Deshalb haben wir dieses Mal gesagt, wir schränken den sogenannten Gassenverkauf ein. Das ist ein Tritt vors Schienbein und ich hoffe, dass es dabei bleibt."

Erstmal gilt die Allgemeinverfügung nur für dieses Wochenende. Am Montag soll dann Bilanz gezogen werden, was das Alkohol-Verkaufsverbot gebracht hat. Ob die Verbote danach beibehalten oder sogar noch ausgeweitet werden, soll in der kommenden Woche entschieden werden.

 

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