Stand: 02.04.2019 17:06 Uhr

Weitere Unternehmen verzichten auf Atom-Umschlag

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Im Hamburger Hafen wollen zwei weitere Unternehmen keine Atombrennstoffe mehr umschlagen.

Nach HHLA und der Reederei Hapag-Lloyd wollen zwei weitere Hafenunternehmen keine Atombrennstoffe mehr im Hamburger Hafen umschlagen. Nach Angaben der Wirtschaftsbehörde haben jetzt auch Eurogate und C. Steinweg (Süd-West Terminal) entsprechende Verzichtserklärungen abgegeben. In den jeweils gleichlautenden Erklärungen heißt es: "Dem Senat ist es ein Anliegen, dass im Hamburger Hafen keine Kernbrennstoffe umgeschlagen werden. Wir sind gerne bereit, den Senat in dieser Hinsicht zu unterstützen."

Freiwilliger Verzicht "gelungen"

HHLA und Hapag-Lloyd hatten ihren Verzicht bereits Anfang 2018 bekannt gegeben. Mit allen Unternehmen habe es einen konstruktiven Dialog gegeben, so die Wirtschaftsbehörde. "Ziel der Gespräche war ein freiwilliger Verzicht auf die Transporte. Das ist gelungen." SPD und Grüne hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, bei den Unternehmen auf eine Selbstbeschränkung hinzuwirken. Ein gesetzliches Verbot halten Juristen für problematisch.

Tjarks: Ein "wichtiges Signal"

Die Zeiten, in denen Atomtransporte zu den umgeschlagenen Gütern unseres Hafens gehören, seien vorbei, sagte Joachim Seeler, hafenpolitischer Sprecher der SPD. Von Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks hieß es: "Bislang wurden diese Brennelemente in Hamburg weiterhin umgeschlagen, weil die Bundesrepublik zwar den Ausstieg aus der Kernenergie verfolgt, aber nicht aus der Kernbrennstoffproduktion." Die Verzichtserklärungen führender Hafenunternehmen seien deshalb ein "wichtiges Signal, das deutlich macht: Hamburg und auch der Hafen meinen es mit dem Atomausstieg ernst."

Der hafenpolitische Sprecher der SPD, Joachim Seeler, verwies auf die 2022 geplante Abschaltung des letzten deutschen Atomkraftwerks. Die Selbstverpflichtung der Hafenunternehmen passe daher ins Bild. "Die Zeiten, in denen Atomtransporte zu den umgeschlagenen Gütern unseres Hafens gehörten, sind vorbei."

Bei der HHLA hat am Unikai am Freitag das letzte Frachtschiff mit einem Atomtransport festgemacht. Der Frachter hat Brennelemente aus dem niedersächischen Lingen nach Finnland transportiert. Pro Jahr gab es in der Vergangenheit etwa 200 Atomtransporte über Hamburger Gebiet - darin eingeschlossen sind sowohl Straße als auch Schiene und der Hafen.

Weitere Informationen

Letzter HHLA-Atomtransport durch Hamburg

Am Freitagmorgen hat im Hamburger Hafen ein Atomfrachter festgemacht. Nach Informationen von NDR 90,3 sollen damit - über ein HHLA-Terminal - Brennelemente abgewickelt werden. (29.03.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.04.2019 | 17:00 Uhr

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