Ein Angeklagter verbirgt in einem Gerichtssaal des Hamburger Landgerichts sein Gesicht hinter einem Aktendeckel. Er soll zwischen August 2021 und Mai 2022 maskiert mit einer Soft-Air-Waffe verschiedene Filialen einer Biomarkt-Kette überfallen haben. © picture alliance / dpa Foto: Markus Scholz
Ein Angeklagter verbirgt in einem Gerichtssaal des Hamburger Landgerichts sein Gesicht hinter einem Aktendeckel. Er soll zwischen August 2021 und Mai 2022 maskiert mit einer Soft-Air-Waffe verschiedene Filialen einer Biomarkt-Kette überfallen haben. © picture alliance / dpa Foto: Markus Scholz
Ein Angeklagter verbirgt in einem Gerichtssaal des Hamburger Landgerichts sein Gesicht hinter einem Aktendeckel. Er soll zwischen August 2021 und Mai 2022 maskiert mit einer Soft-Air-Waffe verschiedene Filialen einer Biomarkt-Kette überfallen haben. © picture alliance / dpa Foto: Markus Scholz
AUDIO: Haftstrafe für Überfälle auf Biomärkte gefordert (1 Min)

Überfälle auf Hamburger Biomärkte: Haftstrafe gefordert

Stand: 08.12.2022 17:18 Uhr

Ein Mann, der in Hamburg mehrere Raubüberfälle auf Biomärkte verübt haben soll, soll für fünf Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Das hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstag in ihrem Plädoyer gefordert.

Der 44-Jährige hatte bereits zu Beginn des Prozesses vor dem Hamburger Landgericht gestanden, mehrfach Biomärkte in Eimsbüttel und in Eppendorf überfallen zu haben. Die Staatsanwältin ist sicher: der Familienvater stand unter erheblichem Druck, als er die Raubüberfälle beging. Er brauchte sehr viel Geld, obwohl er eine Festanstellung an einem Theater hatte. Die Geschichte, die er selbst dazu vor Gericht erzählte, nimmt die Staatsanwältin ihm hingegen nicht ganz ab. Der 44-Jährige hatte behauptet, dass er über Jahre von Leuten aus dem Drogenmilieu erpresst worden sei. Er habe Drogenschulden eines verstorbenen Freundes begleichen sollen. Diese Leute hätten ihm immer wieder aufgelauert, ihn zusammengeschlagen und bedroht.

Angeklagter vermindert schuldfähig?

Das sei nicht plausibel, erklärte die Staatsanwältin am Donnerstag. Sie glaube ihm aber, dass er aus ungeklärten Gründen so unter Druck stand, dass er nur vermindert schuldfähig war. Ein Psychiater hatte während des Prozesses ausgesagt, dass er den 44-Jährigen für vermindert schuldfähig hält. Die Ehefrau des Angeklagten hatte vor Gericht bestätigt, dass er immer wieder Verletzungen hatte, Kredite aufnahm und offensichtlich in Geldnot war.

Urteil möglicherweise in der kommenden Woche

Am Montag wird die Anwältin des Mannes ihr Plädoyer halten. Das Urteil könnte dann noch in der kommenden Woche verkündet werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.12.2022 | 06:00 Uhr

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