Schilder weisen auf den Eingangsbereich des Riekhofs in Hamburg Harburg hin.

Streit über Kulturzentrum Rieckhof im Bezirk Harburg

Stand: 01.05.2021 12:29 Uhr

Der Hamburger Bezirk Harburg hat Kritik an der beabsichtigen Neuausschreibung für den Betrieb des Kulturzentrums Rieckhof zurückgewiesen. Er will die Trägerschaft für den seit 1984 bestehenden Harburger Rieckhof neu ausschreiben und alle Fördermittel ab 2022 vorerst einstellen.

Im Kulturausschuss der Bezirksversammlung Harburg ging es hoch her. Denn die Opposition ist sauer. Die CDU kritisierte, dass die rot-grüne Regierungskoalition monatelang hinter verschlossenen Türen über die Pläne gesprochen habe. Die Linke sprach von einem Schlag gegen die Kultur, der Rieckhof habe 40 Jahre lang eine gute Arbeit geleistet. Auch Heimo Rademacher, Sprecher der Initiative "Südkultur", sprach von einem inakzeptablen Vorgehen.

Bezirk will etwas Neues ausprobieren

Der Bezirk bleibt aber hart: Man wolle etwas Neues ausprobieren, so eine Vertreterin des Bezirksamtes. Für eine neue Trägerschaft könne sich aber auch der alte Verein bewerben. Doch auch nach wiederholten Nachfragen, was genau man gerne anders haben wolle, gab es keine Antworten.

"Schändliches Vorgehen"

Der Geschäftsführer des Rieckhofs, Jörn Hansen, sprach gegenüber NDR 90,3 von "Lügen, einer Verdrehung der Tatsachen" und einem "schändlichen Vorgehen des Bezirks". Die Förderung bestimme beim Harburger Rieckhof die Bürgerschaft und nicht das Bezirksamt. Er kündigte an, einen Protestbrief an den Bürgermeister und den Finanzsenator zu schreiben.

Er kündigte an, alle Verträge für den Betrieb des Kulturzentums zu kündigen. Ohne Fördermittel mache man sich sonst der Insolvenzverschleppung mitschuldig.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.05.2021 | 13:00 Uhr

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