Stand: 16.09.2020 16:58 Uhr

"Paulihaus": Kein gutes Geschäft für Hamburg?

Eine Visualisierung zeit das geplante "Paulihaus" am Neuen Pferdemarkt. © bloomimages Foto: bloomimages
Das "Paulihaus" soll an der Ecke Budapester Straße / Neuer Kamp gebaut werden. Eine Visualisierung zeigt den Entwurf dafür.

Gegen ein geplantes sechsstöckige Bürohaus an der Budapester Straße im Hamburger Stadtteil St. Pauli gibt es bereits seit längerer Zeit Widerstand im Quartier. Nun kam heraus: Das sogenannte Paulihaus könnte sich für die Stadt Hamburg zu einem Minus-Geschäft entwickeln. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine kleine Anfrage der Fraktion der Linken hervor.

Die Details zur Grundstücksvergabe durch die Stadt geben den Gegnerinnen und Gegnern des "Paulihauses" Rückenwind: Demnach bekommt Hamburg für das Erbbaurecht 6,5 Millionen Euro, muss aber bis zu 6 Millionen zahlen, um das Gründstück herzurichten. Dazu kommen außerdem wahrscheinlich noch einige Hunderttausend Euro für die Ablöse von Stellplätzen.

VIDEO: "Paulihaus"-Projekt: Zahlt die Stadt drauf? (3 Min)

Kienscherf: Lohnt sich trotzdem

SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf, der auch in der Hamburger Kommission für Bodenordnung sitzt, bestätigte dem Hamburg Journal im NDR Fernsehen, dass die Stadt im schlechtesten Fall weniger als 200.000 Euro einnimmt - für 60 Jahre. Eine Summe, die durch jetzige Mieteinnahmen bereits in nicht einmal vier Jahren zusammenkommt. Dabei ist noch ungeklärt, wer die Kosten für Altlasten und die Räumung möglicher Weltkriegsbomben übernimmt. Kienscherf zufolge lohnt sich das Geschäft trotzdem, weil Arbeitsplätze geschaffen und der Wert des Grundstückes gesteigert werden.

Am Donnerstag entscheidet die Kommission für Bodenordnung endgültig über das Projekt. Kann sie sich nicht einigen, muss die Bürgerschaft befragt werden.

 

Weitere Informationen
Indisches Restaurant auf St. Pauli.

Streit über Räumungsklage wieder vor Gericht

Ein Restaurant soll nach dem Willen der Stadt dem geplanten "Paulihaus" weichen. Vor dem Oberlandesgericht in Hamburg geht der Streit über eine Räumgsklage in die zweite Instanz. (26.08.2020) mehr

Eine Visualisierung zeit das geplante "Paulihaus" am Neuen Pferdemarkt. © bloomimages Foto: bloomimages

Gericht stoppt geplanten "Paulihaus"-Neubau

Das sogenannte Paulihaus kann vorerst nicht gebaut werden. Das Hamburger Landgericht hat am Dienstag eine Räumungsklage der Stadt abgewiesen. (25.02.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 16.09.2020 | 19:30 Uhr

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