Visualisierung der neuen Sternbrücke in Hamburg Altona. Eine stützenfreie Stabbogenkonstruktion soll die fast 100 Jahre alte Brücke ersetzen und die für den Schienenverkehr im Norden zentrale Gleisverbindung langfristig sichern. © Vössing Ingenieurgesellschaft mbH

Neue Sternbrücke: Showdown vor Weihnachten

Stand: 20.11.2020 06:18 Uhr

Die Entscheidung über den Neubau der Sternbrücke wird immer spannender. Nun lehnen auch Altonas SPD-Bürgerschaftsabgeordnete eine 108 Meter lange Rundbogenbrücke ab.

Der Verkehrsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft will jetzt in letzter Minute Experten anhören. Damit läuft der Streit um die Sternbrücke auf einen Showdown - ein Duell - zu. Am Montag legt die Deutsche Bahn den Plan aus, bis zwei Tage vor Weihnachten. Vorher will Altonas SPD-Bezirksvorstand das Ruder rumreißen. Auch der Bürgerschaftsabgeordnete Frank Schmidt stellt sich gegen seine Fraktionsmehrheit. "Ich bin hier ja in meiner Position als Altonaer Abgeordneter auch dafür da, die Interessen des Bezirks Altona zu übernehmen. Die stimmen hier nicht überein mit der Position des rot-grünen Senats", so Schmidt.

Nun doch ein Ingenieurswettbewerb?

Die 26 Meter hoch aufragende Brücke sei viel zu groß, so Altonas SPD. Ein Ingenieurwettbewerb soll Alternativen entwickeln. Die Verkehrsexpertin der Linken, Heike Sudmann, fordert, endlich die Bevölkerung zu fragen. "Ich frage mich, warum man bei einem so bedeutenden Projekt erstens keinen Wettbewerb für die Architektur macht und zweitens warum man nicht richtig diskutiert. Jetzt zu sagen, die Zeit ist zu spät, das geht nicht", bemängelt die Linken-Politikerin.

Die Expertenanhörung der Bürgerschaft läuft erst am 17. Dezember - und lässt kaum noch Zeit für Planänderungen. Danach folgt noch die Senatsbefragung. Wenn es knapp wird, endet diese erst wenige Stunden vor Ablauf der Frist, um Einwände gegen die Sternbrücke vorzubringen.

Demonstration gegen den geplanten Neubau

Vor gut zwei Wochen hatten etwa 120 Menschen gegen den geplanten Neubau demonstriert. An der Aktion beteiligten sich neben Anwohnern und Anwohnerinnen auch Denkmalschützer und Denkmalschützerinnen, Bezirkspolitiker und Bezirkspolitikerinnen. Sie bemängeln, dass die Brücke das Stadtbild komplett entstellen würde. Zudem müssten etliche Bäume gefällt werden und viele Menschen ihre Häuser verlassen. Auch Clubs und Geschäfte müssten dem Neubau weichen.

Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) hatte die Entscheidung des Senats für die Bogenbrücke mit verkehrlichen Notwendigkeiten begründet. Die aktuelle Sternbrücke sei "ein Hemmschuh für die Mobilitätswende", sagt er. Der Platz unter der Brücke sei sehr stark begrenzt, das führe dazu, dass es keinen Radweg und nur bescheidene Fußwege an der Stresemannstraße gebe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.11.2020 | 06:00 Uhr

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