Stand: 27.08.2020 16:38 Uhr

Neue S-Bahn-Linie: Baustart für S4 wohl noch in diesem Jahr

Der Bau der neuen S-Bahn-Linie 4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe soll noch in diesem Jahr beginnen. Das Eisenbahn-Bundesamt habe am Mittwoch für den ersten Bauabschnitt grünes Licht gegeben, teilte die Deutsche Bahn mit. Erster Bauabschnitt ist die Strecke zwischen der S-Bahn-Station Hasselbrook und der Eisenbahnunterführung Luetkensallee im Stadtteil Wandsbek.

Bahn-Sprecher: "Meilenstein erreicht"

Bahn-Sprecher Peter Mantik zeigte sich im Gespräch mit NDR 90,3 erleichtert: "Konkret heißt das, dass wir heute einen großen Meilenstein erreicht haben. Wir denken, dass wir dieses Jahr noch starten können, und das wird jetzt geplant." Nur wenn Anwohnerinnen und Anwohner der geplanten Trasse erfolgreich klagen sollten, würde der Baubeginn für dieses Jahr noch in Frage stehen. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) zeigte sich zuversichtlich. Er sagte: "Mit der S4 erhalten 250.000 Bürger in Hamburg und Schleswig-Holstein einen komfortablen Anschluss an das Schnellbahnnetz."

Protest von Initiativen

Sechs Meter hohe Lärmschutzwände sollen etwa die Anwohnerinnen und Anwohner zwischen Hasselbrook und der Luetkensallee in Wandsbek ruhig schlafen lassen. Doch der "Verein Lärm- und Umweltschutz Wandsbek-Marienthal" spricht von einem "Irrsinn" und sammelt Spenden für eine Klage gegen den Beschluss. Die Initiative warnt, im Wandsbeker Gehölz würden 120 Bäume fallen, und die neuen Gleise würden auch alle zwölf Minuten lange Güterzüge ermöglichen. Auch die "Bürgerinitiative an der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck" lehnt die S4, so wie sie jetzt gebaut werden soll, ab. Sie fordert, den S-Bahnverkehr auf den bisherigen Gleisen fahren zu lassen und den steigenden Güterverkehr nicht durchs Wohngebiet, sondern entlang der A1 laufen zu lassen.

Bund trägt Großteil der Kosten

Die Gesamtkosten für die neue S4 werden auf 1,847 Milliarden Euro beziffert, wovon der Bund mit mehr als 80 Prozent den Großteil übernimmt. Hamburg und Schleswig-Holstein zahlen rund 290 Millionen Euro. Mit knapp 210 Millionen Euro trägt Hamburg den Großteil der Länderkosten an dem Milliardenprojekt. Die Deutsche Bahn wird 20 Millionen Euro in das Projekt einbringen.

Ersatz für Regionalbahn

Die S4 soll den Regionalverkehr auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Lübeck verstärken und die Regionalbahnlinie RB81 ersetzen. Geplant ist, dass die S4 nördlich des S-Bahnhofs Hasselbrook aus dem bestehenden Netz ausfädelt und dann zweigleisig neben den Fernbahngleisen bis nach Ahrensburg führt. Danach soll ein kurzer eingleisiger Abschnitt folgen. Hinter dem Haltepunkt Ahrensburg-Gartenholz sollen die Züge der S4 dann auf den Fernbahngleisen bis nach Bad Oldesloe weiterfahren.

Fünf zusätzliche Haltestellen

Für die S4 sollen die fünf zusätzlichen Haltestellen Claudiusstraße, Bovestraße, Holstenhofweg, Am Pulverhof und Ahrensburg-West entstehen. Außerdem hält die S4 wie bisher die Regionalbahn RB81 in Tonndorf, Rahlstedt, Ahrensburg, Ahrensburg-Gartenholz, Bargteheide, Kupfermühle und Bad Oldesloe.

Gutachter prognostizieren, dass die S4 täglich rund 97.000 Fahrgäste befördern wird. 2025 könnte die S4 auf dem ersten Teilabschnitt von Hamburg-Altona bis Hamburg-Rahlstedt rollen, zwei Jahre später könnte die gesamte Strecke ausgebaut sein.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 26.08.2020 | 16:00 Uhr

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