Stand: 14.02.2020 10:54 Uhr

Kopftuchstreit: Fitnessstudio muss Entschädigung zahlen

Ein Fitnessstudio im schleswig-holsteinischen Oststeinbek muss einer Hamburgerin 1.000 Euro Entschädigung zahlen. Die Muslima aus dem Stadtteil Billstedt hatte geklagt, weil sie nicht mit Kopftuch trainieren durfte. Nachdem sie dort einen Vertrag unterschrieben hatte, teilte ihr das Fitnessstudio schriftlich mit, dass sie nicht mit Kopftuch trainieren könne - und zwar aus Versicherungsgründen. Die junge Frau wandte sich daraufhin in Hamburg an die Beratungsstelle Amira. Die riet ihr zur Klage mit Verweis auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Das Amtsgericht Reinbek gab der Frau aus Billstedt nun recht.

Beratungsstelle: Kein Einzelfall

Das bedeute ihr sehr viel, sagte die Hamburgerin NDR 90,3. "Daraus schöpfe ich sehr viel Kraft, im Recht zu sein. Diese Machtlosigkeit ist nicht mehr da und ich fühle mich auch nicht mehr als Opfer." Birte Weiß von der Beratungsstelle Amira ist der Fall wichtig, "weil es eine Bestätigung gibt, dass erfahrenes Unrecht tatsächlich als Unrecht anerkannt wird." Das Kopftuchverbot im Fitnessstudio ist ihr zufolge kein Einzelfall. Das Studio hat auf eine Anfrage von NDR 90,3 nicht reagiert.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.02.2020 | 08:00 Uhr

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