Stand: 28.08.2020 10:15 Uhr

Hamburger S-Bahn testet automatisierte Züge

Die S-Bahn Hamburg hat am Donnerstag ihren ersten selbstfahrenden Zug vorgestellt. Vier hochautomatisierte S-Bahnen sollen ab Herbst testweise zwischen zwischen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle fahren. Der Zugführer soll dabei erhalten bleiben, aber vorwiegend den Betrieb überwachen.

Zwei Computer in der Größe eines Backofens kleben unter der roten S-Bahn. Einer checkt mithilfe von Tausenden Sensoren an der Strecke, ob sie frei ist. Der andere hat den Fahrplan gespeichert und öffnet und schließt selbstständig die Türen.

Mehr Züge auf einer Strecke möglich

Ein umgebauter Zug des Pilotprojektes "Digitale S-Bahn Hamburg" steht in einer Halle des S-Bahn-Instandhaltungswerkes in Hamburg. © picture alliance / dpa Foto: Ulrich Perrey
Die Hamburger S-Bahn will vier selbstfahrende Züge testen.

Hamburgs S-Bahn werde dadurch leistungsfähiger, sagte Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne): "Der Vorteil dieses Systems, dass wir in Hamburg erstmals in Deutschland einführen, ist, dass man viel engere Zugfolgen fahren kann und dadurch nicht alle Strecken neu bauen muss, sondern doppelt so viele Züge auf derselben Strecke fahren kann."

Denn auf den Gleisen wird es eng, wenn die S4 und die S32 dazukommen. Der Zukunfts-Zug erkennt aber kein überraschendes Streckenhindernis. Eine Kuh auf dem Gleis bemerkt die S-Bahn nicht, weil sie dafür keine Radargeräte hat. Doch sie soll dennoch besser mit Störungen fertig werden. Hamburgs S-Bahnchef Kay Uwe Arnecke erklärte: "Der Lokführer bleibt an Bord. Das ist ganz wichtig zu erwähnen. Er überwacht die Strecke und kann auch eingreifen, wenn Störungen da sind."

Pilotprojekt mit bundesweiter Bedeutung

Für das Pilotprojekt ist ein Budget von rund 60 Millionen Euro vorgesehen, das sich die Stadt Hamburg, Siemens und die Deutsche Bahn AG zu jeweils einem Drittel teilen. Ist das System erfolgreich, sollen es bundesweit jede S-Bahn, jeder ICE und auch Güterloks bekommen.

 

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S-Bahn in Hamburg © picture alliance / dpa Foto: Ralph Goldmann

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 27.08.2020 | 16:00 Uhr

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